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04.05.2013

01:08 Uhr

Haftbedingungen

Insasse schildert Auslöser für Guantanamo-Hungerstreik

Zerrissene Koran-Ausgaben, Provokationen zur Gebetszeit: Die Zeugenaussage eines am Hungerstreik beteiligten Häftlings im US-Gefangenenlager Guantanamo belastet die Wärter - und wurde erst nach Wochen veröffentlicht.

Ein US-Soldat in einem Gefängnistrakt in Guantanamo Bay im März 2013. Reuters

Ein US-Soldat in einem Gefängnistrakt in Guantanamo Bay im März 2013.

WashingtonEin seit elf Jahren im US-Gefangenenlager Guantanamo eingesperrter Häftling schildert in einer am Freitag freigegebenen Zeugenaussage, wie er dazu kam, sich im Februar dem Hungerstreik der anderen Insassen anzuschließen.

Der 32 oder 33 Jahre alte Afghane Obaidullah, der sich bislang weder an Hungerstreiks noch an sonstigen Protestaktionen beteiligt hatte, erzählt von einer "unerwarteten, plötzlichen und respektlosen" Razzia am 6. Februar im Lager 6 mit etwa 130 als friedfertig geltenden Gefangenen. Die Soldaten beschlagnahmten demnach persönliche Habseligkeiten der Häftlinge, was für ihn "besonders traumatisierend" war, weil er "nichts Provozierendes" getan habe.

Als besonders aufwühlend empfand Obaidullah den Umgang der US-Soldaten mit den Koran-Ausgaben der Gefangenen. Sie seien "brutal" damit umgegangen und hätten etliche Seiten zerrissen. "Das ist Gotteslästerung", bemerkt der gläubige Muslim dazu.

Seit dieser Razzia hätten die Wärter während der Gebetszeit durch Klopfen an der Tür, Lachen und lautes Reden, Türenöffnen und -zuschlagen provoziert. Das gehe so weiter, und die Haftbedingungen seien "schlechter, nicht besser" geworden.

"Ich habe jede Hoffnung verloren", fährt Obaidullah in der vierseitigen Aussage fort. "Elf Jahre meines Lebens habe ich verloren, und jetzt wurde mir auch noch meine Würde genommen." Seine Religion werde missachtet und er fühle sich seines "Menschseins beraubt".

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Mittlerweile seien "fast alle Gefangenen von Camp 5 und 6 im Hungerstreik, mit Ausnahme der ältesten". Die USA hätten viele Gefangene "vor mindestens fünf Jahren für unschuldig erklärt", aber ihre Lage sei besonders schwierig, weil Washington nicht wisse, wohin es sie schicken solle.

Von den 166 Guantanamo-Gefangenen sind 86 als "freizulassen" oder in ihr Heimatland "abschiebbar" erklärt worden. Der Gefängnisverwaltung zufolge waren am Freitag 100 Häftlinge im Hungerstreik. Davon wurden 23 durch Schläuche in der Nase zwangsernährt.

Obaidullah hat soeben vor dem Obersten Gerichtshof Klage gegen seine Inhaftierung eingereicht. In erster Instanz war er gescheitert. Obaidullahs Aussage vom 27. März wurde auf Antrag seiner Anwälte nach anfänglicher Weigerung des US-Justizministeriums freigegeben.

Von

afp

Kommentare (13)

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sirutzi889

04.05.2013, 04:52 Uhr

DAHIN - DAHIN müssen die gesamten EU-Kriminellen aus Brüssel kommen. Genau dahin! Aber die Massen sind viel zu träge, um den Aufstand überhaupt erst einmal aufzustellen. Die Massen in Europa wissen nicht einmal, was DURCHHALTEN heißt. Auch müssen dorthin die FED-Eigner. Die Leute, die unser aller Wohlstand zerstören. Für den wir dem System gegenüber gesklavt haben. Und. Aber: wir nehmen es hin. 90 Prozent gaffen nur noch auf ihr Smart-i(Idioten-)phone, trampeln andere nieder, konsumieren auf Kredit. GENAU das was die Planer der 3. Weltordnung anstreben! In Deutschland wurden die Grundbücher 1990-92 privatisiert. Eigentum IST eine Illusion, so sogar offiziell die Boston-Consulting-Group im April 2013! Juncker parallelisiert 2013 mit 1913, man solle sich in Acht nehmen. Sie alle - SIE ALLE - nach Guantanamo!!!

Frank3

04.05.2013, 09:32 Uhr

WILLST EINE GESELLSCHAFT SEHEN , SEELENLOS UND KRANK und NORMALE MUSS SICH KRIMINELLEN KLAN ANSCHLIESSEN , um AM KACKEN und NICHT FRIEREN ZU SEIN und MAL RICHTIG ARME Menschen SEHEN , denen KNOCHENBRÜCHE SCHIEF ZUSAMMENGEWACHSEN SIND , weil NICHT ÄRZTE VERSORGUNG HATTEN oder in den Knast GEHEN , weil Kriminell und DA RICHTIGEN RASSISMUS LERNEN UND MITMACHEN MÜSSEN , zum eigenen ÜBERLEBEN , NACH KNAST NUR WIEDER IN Kriminalität . . . https://www.youtube.com/watch?v=KdiFfNjOa4U KEINE ARBEIT und SOZIALSYSTEM . . . ODER UM DIES ZU ENDFLIEHEN , sich PERSÖNLICHKEIT BRECHEN LASSEN und EINE ABGERICHTETE GEBEN LASSEN , DIE AUF BEFEHL MORDEN KANN , OHNE ZWEIFEL und DAS UM EINE SOZIALSTUFE ZU HABEN , MIT ZUKUNFT ! ANDRE SIND NUR DAZU DA BENUTZT WERDEN oder BEIM BENUTZEN ZU HELFEN . . .
[...]

UND SOLCHE SOLLEN VERSTEHEN , das Moslems EIGENE MORAL IM KORAN FINDEN und SCHÄDIGEN VON KORAN ihre SEELE IN ANGEGRIFFEN STIMMUNG BRINGT , da ANGEGRIFFEN WIRD WAHRHEIT die sie ALS SINN VON LEBEN leben UND selber RAUSFINDEN IMMER SOLLEN , LAUT KORAN , wer TEUFEL ??? WO SELBER GARNICHT EIGENE MORAL HABEN und AUF BEFEHL . . .- . . .

USA KEINE GESELLSCHAFT die " MENSCHEN " ERBSCHAFT sondern ALLE GEGENSEITIG . . . .
NUR DEUTSCHLAND ERSCHAFFT ALLBEWUSSTE ?


UND unsre ELITE WOLLEN SELBE FREIHEIT FÜR IHR GELD ( IM DENKEN : GELD IST FREIHEIT )und WISSEN NICHT DAS DANN AUCH IN KNASTSIEDELUNGEN UMZÄUNT UND BEWACHT LEBEN MÜSSEN als SCHUTZ VOR uns aber wir SIND NICHT SO DUMM WIE AMIS und NICHT GLEICHE MOB ???
HAUT DOCH AB IN DIE USA ! wir KOMMEN OHNE SOLCHE BESSER KLAR und STERBEN NACH WEG ZUM MENSCHEN und NICHT IN USA ALS SYMBOL VON FREIHEIT , SO BLÖDE SIND NUR . . .

ATHEIST SICH Gott , im WISSEN Gott . . .
und SO KANN GARNICHT RASSIST SEIN und NIEMANDEN RASSEMACKE LEBEN LASSEN KÖNNEN .
SOUVERÄN und in ALLBEWUSST und STAAT IM KOPF ? NICHT NUR , DA EIGENES UNIVERSUM im Kopf .
Frank Frädrich , . . .

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Sarina

04.05.2013, 10:22 Uhr

Die Soldaten beschlagnahmten demnach persönliche Habseligkeiten der Häftlinge, was für ihn "besonders traumatisierend" war, weil er "nichts Provozierendes" getan habe.
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Was sind denn das für Weicheier, wenn sie durch Beschlagnahme persönlicher Gegenstände, die sie wieder zurück erhalten, "traumatisiert" werden? Hier soll doch wieder von unserer Gutmenschen-Presse ein Affenzirkus für Nichts aufgebaut werden, um den lieben Gefangenen, die ganz sicher nicht umsonst dort sitzen, einen Ausweg zu eröffnen.

Und wenn gar nichts mehr hilft, wird einfach behauptet, man habe ihre "Religion" geschändet. Das zieht immer, und beweisen lässt es sich auch noch. Wenn nämlich morgens das Frühstück um 7 Uhr serviert wird, und die lieben Gefangenen auf ihrem Gebetsteppich (absichtlich zur selben Zeit!) hocken und beten, wird das Servieren des Frühstücks als Gotteslästerung angeprangert. Denen glaube ich kein einziges Wort, die sind dort, weil sie etwas gemacht haben, was zwar mit ihrem Glauben harmoniert (denn der Koran trieft nur vor kriegerischen Suren und Aufrufen zur Gewalt), jedoch nicht mit unseren Gesetzen.

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