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23.12.2015

10:35 Uhr

Haftbefehl

Russland fahndet nach Chodorkowskij

Russland erlässt einen internationalen Haftbefehl gegen Michail Chodorkowski. Der Kremlkritiker wird wegen eines Mordfalls aus dem Jahr 1998 beschuldigt. Seine Sprecherin zeigt sich davon unbeeindruckt.

Kremlkritiker Michail Chodorkowski wird nun mit internationalem Haftbefehlt gesucht. dpa

Michail Chodorkowski

Kremlkritiker Michail Chodorkowski wird nun mit internationalem Haftbefehlt gesucht.

MoskauRussland hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Kremlkritiker Michail Chodorkowski erlassen. Der frühere Oligarch sei weltweit zur Fahndung ausgeschrieben worden, teilte das einflussreiche Ermittlungskomitee am Mittwoch in Moskau mit. Außerdem ordnete die Justiz demnach an, Chodorkowski in Untersuchungshaft zu nehmen.

Die Sprecherin des Kremlkritikers, Kulle Pispanen, zeigte sich unbeeindruckt. Chodorkowski werde „seine Reisen in keinster Weise wegen der Entscheidungen der Vampire des Kreml“ einschränken, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

Die russische Justiz eröffnete kürzlich ein Verfahren gegen Chodorkowski wegen des Verdachts, 1998 den Mord an einem Bürgermeister in Sibirien in Auftrag gegeben zu haben. Auch des versuchten Mordes an einem Leibwächter des Bürgermeisters sowie eines weiteren Geschäftsmannes wird Chodorkowski bezichtigt. Der ehemalige Oligarch kritisierte das Verfahren als „politisch motiviert“ und sprach von einer „Farce“.

Chodorkowski, der Gründer und ehemalige Mehrheitsaktionär des Yukos-Konzerns, war 2003 festgenommen worden. Russlands damals reichster Mann wurde wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt und war jahrelang inhaftiert. Ende 2013, wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde er von Präsident Wladimir Putin überraschend begnadigt.

Nach seiner Freilassung gründete Chodorkowski seine Bewegung zur Sammlung der schwachen proeuropäischen Kräfte in Russland. Anfang Dezember rief er von seinem Londoner Exil zu einer "Revolution" in Russland auf. Putin warf er einen verfassungswidrigen "Staatsstreich" vor.

Von

afp

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