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31.08.2013

12:28 Uhr

Haftstrafe

Inder in Vergewaltigungsfall schuldig gesprochen

Im Fall der brutalen Gruppenvergewaltigung einer Frau hat ein Jugendgericht in Indien einen inzwischen 18-Jährigen für schuldig befunden. Der Angeklagte sei zunächst zu drei Jahren Haft verurteilt worden, so die Polizei.

Aktivisten  der demokratischen Studentenbewegung demonstrieren, um die Gruppenvergewaltigung anzuprangern. Mehr als acht Monate nach der schockierenden, tödlichen Vergewaltigung einer 23-jährigen Inderin in einem Bus ist der Jugendliche der Gruppe zu drei Jahren Jugendarrest verurteilt worden. dpa

Aktivisten der demokratischen Studentenbewegung demonstrieren, um die Gruppenvergewaltigung anzuprangern. Mehr als acht Monate nach der schockierenden, tödlichen Vergewaltigung einer 23-jährigen Inderin in einem Bus ist der Jugendliche der Gruppe zu drei Jahren Jugendarrest verurteilt worden.

Neu DelhiIm Fall der brutalen Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau hat ein Jugendgericht in Indien einen inzwischen 18-Jährigen für schuldig befunden. Der Angeklagte sei zunächst zu drei Jahren Haft verurteilt worden, teilte die Polizei am Samstag mit.

Der zum Tatzeitpunkt 17-Jährige soll gemeinsam mit fünf weiteren Männern Mitte Dezember eine 23-jährige Studentin in der indischen Hauptstadt Neu Delhi vergewaltigt und so schwer misshandelt haben, dass sie später starb.

Mehr als acht Monate nach der schockierenden, tödlichen Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Inderin in einem Bus ist der Jugendliche der Gruppe zu drei Jahren Jugendarrest verurteilt worden. Sein Verteidiger Rajesh Tiwari sagte am Samstag, das Jugendgericht habe den damals 17-Jährigen allerdings nicht in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Dem jungen Mann war vorgeworfen worden, die Studentin mit anderen Männern entführt, vergewaltigt und ermordet zu haben. Er hatte erklärt, nicht schuldig zu sein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Urteil nach Massenvergewaltigung

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Der Mordprozess gegen die volljährigen Verdächtigen vor einem Schnellgericht in Neu Delhi dauert noch an, dieses Urteil wird in den kommenden Tagen oder Wochen erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass die Männer die Todesstrafe erhalten. Ein weiterer mutmaßlicher Täter wurde im März erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden; eine Untersuchung über die Todesumstände dauert noch an.

Das Urteil gegen den Jugendlichen war viermal verschoben worden. Anwälte wollten vorher höchstrichterlich klären lassen, ob alle Unter-18-Jährigen automatisch unter das Jugendstrafrecht fallen. Vergangene Woche hatte das Verfassungsgericht den Weg für den Urteilsspruch freigemacht.

Die Vergewaltigung hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, in ganz Indien Proteste ausgelöst und ein Schlaglicht auf die im Land grassierende Gewalt gegen Frauen geworfen. Viele Demonstranten forderten den Strang für alle Vergewaltiger, auch den Jugendlichen in der Gruppe. In Indien können Gerichte nur bei erwachsenen Tätern in Ausnahmefällen die Todesstrafe verhängen.

Von

afp

Kommentare (2)

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Beobachter

31.08.2013, 18:22 Uhr

3 Jahre Haft für die nachgewiesene Beteiligung an einer brutalen Gruppenvergewaltigung mit tötlicher Folge ist zweifelsohne unangemessen. Gutmenschen mögen ab hier besser nicht weirterlesen. Da erscheint mir das "Erwachsenenrecht" vor Ort deutlich gerechter.

____

01.09.2013, 11:24 Uhr

Immerhin:
Auch wenn man das Gerichtsurteil entweder für unangemessen hoch oder aber für unangemessen niedrig halten sollte:
es wurde auch vor dem Hintergrund historisch gewachsener wie zusehends komplex geraten scheinender und heutzutage, von außen betrachtet, obsolet erscheinender Kastenverhältnisse gefällt.

Ein Gerichtsurteil sollte idealerweise auch mit Augenmaß gefällt werden.

Der Fortschritt in Wohlstandsidyllen, wie z.B. Deutschland eine zu sein scheint, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ein mehr oder minder weiter Weg sein kann, zu Menschenrechten zu finden.

Justizia hält mit verbundenen Augen eine Waage in ihren Händen.

Vermessen wäre es allerdings, von Justiz einen Gerechtigkeitsbegriff zu erwarten, den man notfalls auch mit den Händen zeigen könnte.

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