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25.01.2005

12:25 Uhr

International

Hamas gibt sich kompromissbereit

Die radikale Palästinenserorganisation Hamas ist nach Angaben ihres Politbüro-Chefs Chalid Meschaal bereit, sich der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) anzuschließen. Außerdem erwägt Hamas einen zeitlich begrenzten Stopp der Angriffe auf israelische Ziele.

Hamas-Kämpfer demonstrieren in Ramallah

Zu allem bereit: Hamas-Kämpfer demonstrieren in Ramallah ihre Entschlossenheit.

dpa KAIRO/GAZA/TEL AVIV. Die radikale Palästinenserorganisation Hamas ist nach Angaben ihres Politbüro-Chefs Chalid Meschaal bereit, sich der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) anzuschließen. Außerdem erwägt Hamas einen zeitlich begrenzten Stopp der Angriffe auf israelische Ziele.

„Das war eines der wichtigsten Themen bei unseren Diskussionen (mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas). Wir haben immer schon auf die Gründung einer übergeordneten palästinensischen Autorität gedrungen, und es macht uns nichts aus, wenn dies die PLO sein sollte.“ Die Organisation sei allerdings reformbedürftig, sagte er der arabischen Zeitung „Al-Hayat“ (Dienstag).

Auch wolle sich Hamas nicht an der palästinensischen Autonomiebehörde beteiligen. Zu Berichten über einen zeitlich begrenzten Stopp der palästinensischen Angriffe auf israelische Ziele, sagte er, wenn Israel die von den Palästinensern gestellten Bedingungen erfülle, „sind wir von Hamas und die anderen Widerstandsgruppen absolut bereit, uns konstruktiv mit der Frage eines zeitlich begrenzten Waffenstillstandes zu befassen“.

Zum ersten Mal seit der Stationierung palästinensischer Grenzschützer am Freitag kam es im Gazastreifen wieder zu einem tödlichen Zwischenfall. Nach Armeeangaben wurde am Montagabend ein Mann von israelischen Soldaten erschossen, weil er sich dem Grenzzaun genähert habe. In dem Abschnitt sind noch keine Palästinenserpolizisten positioniert.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia kritisierte, Israel schade mit dem Weiterbau der Sperranlage im Westjordanland den Bemühungen um eine Waffenruhe. Israelische Bulldozer hatten am Vortag nahe der Siedlerstadt Ariel nach gut einem halben Jahr wieder die Bauarbeiten begonnen. Kureia nannte dies vor einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der von seinen Waffenruhe-Gesprächen im Gazastreifen zurückgekehrt war, die „schlimmste Botschaft“.

Die israelische Zeitung „Maariv“ schrieb, Israel erwäge den Bau einer Zugverbindung zwischen der palästinensischen Küstenstadt Gaza und der Palästinenserstadt Tulkarem im Westjordanland. Die Zugstrecke solle dem Plan zufolge über den israelischen Seehafen Aschdod führen. Dies würde den Transport palästinensischer Waren von Gaza nach Aschdod ermöglichen sowie eine Verbindung zwischen Gazastreifen und Westjordanland schaffen.

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