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09.01.2005

10:31 Uhr

Hamas ruft zum Wahlboykott auf

Wahl des Arafat-Nachfolgers läuft rege an

1,8 Millionen Palästinenser sind seit Sonntag früh aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Die militante Hamas versucht, die Wahl zu behindern.

HB BERLIN. Im Westjordanland und im Gazastreifen hat am Sonntagmorgen die Wahl eines neuen palästinensischen Präsidenten begonnen. Die militante Organisation Hamas rief pünktlich zum Öffnen der Wahllokale per Moschee-Lautsprecher ihre Anhänger in der Stadt Dschenin dazu auf, die Abstimmung zu boykottieren.

Als klarer Favorit gilt PLO-Chef Mahmud Abbas, der von Palästinensern auch Abu Masen genannt wirrd. Sein stärkster Konkurrent ist der unabhängige Kandidat Mustafa Barghuti. Eine geringe Beteiligung bei der Wahl könnte aus Sicht von Beobachtern Abbas' Position als künftiger Präsident schwächen.

In den Wahllokalen in Gaza-Stadt und in Nablus im Westjordanland war rund zwei Stunden nach dem Öffnen der Wahllokale allerdings eine rege Beteiligung zu sehen. «Ich werde Abu Masen wählen, weil ich glaube, dass er als einziger in der Lage ist, uns auf die sichere Seite dieses Ozeans von Konflikt zu bringen», sagte ein Wähler in Gaza. Ein Mann in Nablus war sich nach Abgabe seiner Stimme sicher: «Abu Masen wird gewinnen und wir werden heute Abend feiern.»

Der 69-jährige Abbas will eine rasche Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit Israel. Im Wahlkampf verteidigte er jedoch auch demonstrativ bewaffnete palästinensische Gruppen. Der 50 Jahre alte Barghuti präsentierte sich vor der Wahl als Reformer, Fürsprecher der Armen und als Kämpfer gegen die Korruption in der palästinensischen Autonomiebehörde.

Wahlberechtigt sind 1,8 Millionen Palästinenser.

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