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08.03.2017

13:50 Uhr

Handel

China verzeichnet erstes Defizit seit 2014

Die einstiege Werkbank der Welt hat im Februar überraschend mehr Waren eingeführt als ausgeführt – erstmals seit drei Jahren. Beobachter erklären das Minus in der Handelsbilanz mit stark gestiegenen Rohstoffpreisen.

Weil die Löhne steigen und andere Länder in Südostasien und Afrika längst billiger produzieren können, sind Chinas Ausfuhren schon länger unter Druck. AP

Chinas Handel

Weil die Löhne steigen und andere Länder in Südostasien und Afrika längst billiger produzieren können, sind Chinas Ausfuhren schon länger unter Druck.

PekingWeil Chinas Einfuhren im Februar überraschend stark angezogen haben, hat die zweitgrößte Volkswirtschaft erstmals seit drei Jahren ein Defizit in seiner Handelsbilanz verzeichnet. Wie die Zollverwaltung in Peking am Mittwoch mitteilte, zogen die Importe auf Dollar-Basis im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 38,1 Prozent an. Schwach fielen dagegen erneut die Exporte aus, die um 1,3 Prozent nachgaben.

Chinas Handelsbilanz verzeichnete damit ein Defizit von 9,15 Milliarden US-Dollar. Es ist das erste Mal seit Februar 2014, dass die Summe der Einfuhren die der Ausfuhren übersteigt. „China wird wahrscheinlich auch in Zukunft weitere Handelsdefizite einfahren“, sagte der Pekinger Wirtschafts-Professor He Xiaoyu.

Als Hauptgrund für den überraschend starken Import-Anstieg nannten Beobachter die große Nachfrage chinesischer Unternehmen nach Rohstoffen wie Eisen, Kupfer und Öl, deren Preise im Vergleich zum Vorjahr deutlich angezogen haben. Während die Importe Stärke zeigen, sei laut He Xiaoyu bei den Exporten noch immer kein Ende des Abwärtstrends zu erkennen: „Die Ausfuhren werden mehr und mehr zu einer Herausforderung.“

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Weil die Löhne steigen und andere Länder in Südostasien und Afrika längst billiger produzieren können, sind Chinas Ausfuhren schon länger unter Druck. Das Land hat als Werkbank der Welt ausgedient, weshalb die Regierung versucht, einen stärkeren Dienstleistungssektor zu entwickeln und den Binnenkonsum anzukurbeln. Viele Experten halten es allerdings für zunehmend unwahrscheinlich, dass Peking dieser Umbau reibungslos gelingen wird.

Die Wirtschaft des Landes war 2016 mit 6,7 Prozent so langsam wie seit 26 Jahren nicht mehr gewachsen. Auf der derzeit laufenden Jahrestagung des Volkskongresses in Peking hatte Premier Li Keqiang am Sonntag das Wachstumsziel für dieses Jahr weiter auf 6,5 Prozent gesenkt.

Generell sei die anziehende Nachfrage nach Waren aus dem Ausland zwar ein Zeichen der Stabilisierung für die zweitgrößte Volkswirtschaft, sagte die Schanghaier Ökonomin Ye Tan. Allerdings müssten die Daten für Februar mit Vorsicht genossen werden, da sie durch die Feiertage um das chinesische Neujahrsfest verwässert seien.

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In absoluten Zahlen lagen die Exporte im Februar bei 120,1 Milliarden US-Dollar. Die Importe erreichten 129,2 Milliarden US-Dollar.

Von

dpa

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