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12.07.2011

15:28 Uhr

Handelsbilanz

China und Ölpreis treiben Amerikas Defizit hoch

Die USA kämpfen mit zwei gewaltigen Defiziten: Neben dem Staatshaushalt fällt auch die Außenhandelsbilanz in ein tiefes Minus. Barack Obamas Exportoffensive scheint gescheitert, die Abhängigkeit von China wächst.

Container am Hafen von Long Beach, Kalifornien. Doch hier kommt deutlich mehr Ware an, als ausgeliefert wird. Quelle: dapd

Container am Hafen von Long Beach, Kalifornien. Doch hier kommt deutlich mehr Ware an, als ausgeliefert wird.

Washington Das Außenhandelsdefizit der USA ist im Mai auf den höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gestiegen. Die Differenz zwischen Exporten und Importen betrug 50,2 Milliarden Dollar, teile das US-Handelsministerium am Dienstag mit. Analysten hatten lediglich mit 44 Milliarden Dollar gerechnet. Ein höheres Defizit gab es zuletzt im Oktober 2008.

Allein die Hälfte des Fehlbetrags entfällt auf den Handel mit China: Während die US-Unternehmen Waren und Dienstleistungen im Wert von 32,8 Milliarden Dollar aus der Volksrepublik importierten, machten ihre Exporte dorthin nur 7,8 Milliarden Dollar aus. Die Regierung von Präsident Barack Obama hatte immer wieder die unterbewertete chinesische Währung für das Handelsungleichgewicht verantwortlich gemacht, war in Peking mit Forderungen nach einer substanziellen Aufwertung aber auf Granit gestoßen. Und auch die Exportoffensive der US-Regierung scheint bislang nicht zu greifen.

Die gesamten Importe stiegen wegen der hohen Ölpreise um 2,6 Prozent auf 225,1 Milliarden Dollar. Noch mehr hatten die USA seit Beginn der Aufzeichnungen lediglich im Juli 2008 eingeführt. Der Ölpreis hatte im Mai mit 108,70 Dollar je Fass den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht. Die Exporte fielen um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 174,9 Milliarden Dollar - Im April war mit 175,82 Milliarden Dollar ein Rekordwert erreicht worden. 

Das US-Handelsbilanzdefizit wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.07.2011, 15:57 Uhr

Und genauso geht es weiter !

Weil:

Wer froehlich Papier "Geld" druckt als kaeme es bald ausser Mode, der darf sich auch nicht ueber steigende Rohstoff und Energie Preise wundern.

Das eine steht in direkter Korrelation zum Anderen.

Digitales & Papier Geld sind endlos vorhanden, Rohstoffe und Energie leider nicht.

Mit boesem Spekulantentum hat dies nichts zu tun, es sind grundsaetzliche Marktmechanismen die selbst den Schreiberlingen beim HB bekannt sein muessten.

pablito

12.07.2011, 17:55 Uhr

zu den handelsbilanzdefiziten der usa kann man nur sagen, dass sie ein spiegel der us-wirtschaftslage darstellt.
bedenkt man, dass noch im jahr 1992 ein beinahe ausgegliches HBD existierte, darf man sich ruhig die aussenpolititschen-, steuerpolitischen- (steuergeschenke an die reichen) sowie steuerverschwndungen in verteidigungspolitik ansehen.
bedenkt man, dass aus der aera bill clinto ein solider haushalt übergeben wurde, hat sich dies mit g.w.bush jun. explosionsartig ins gegenteil verändert.
sozialerrungenschaften wurden gestrichen, militär hochgerüstet (und das geld von den reichen ostfamilien abgeschöpft)den reichen wurden steuergeschenke zuteil und in die bildung gelangten gerade mal noch jene brosamen, die das militär und die damit verbundenen kriege nicht dringend brauchte. heute kann die usa auf eine verdummte gesellschft blicken welche man für führende weltprodukte nicht mehr brauchen kann.
durch die WTO wurden kurzfristige gewinne durch exporte in schwellen- und 3.weltländer angestrebt. amerikanische produkte wurden durch billige importe ersetzt und die us-produkte blieben auf der strecke.
das us-handelsbilanzdefizit zeigt auch, dass die industrieländer sich mit der WTO das eigene grab geschaufelt haben. und jetzt? sträuben sie sich hineinzulegen.
betrachtet man das aktuelle HBD der usa mit den wertverlusten de us-staatsanleihen, stehen die usa immer noch gut da. in die sonne gucken all jene welche diese ramschpapiere gekauft hatten.
wie man sieht jammer die usa über ein negatives HBD von 40 mia.$ vergessen aber gerne, dass sie vor 19 jahren ein beinahe ausgeglichenes HBD hatten die dann in den blütezeiten der republikaner ca. 70. mia. $ betrug und jetzt wieder bei 40 mia. liegt.
die amis täten gut daran, ihr grossgekotze endlich wieder mal in der schublade zu lassen und sich auf die wirklichen aufgaben zu beschränken.

wolfi

12.07.2011, 18:46 Uhr

Der Kommentar als solcher ist ja nicht schlecht, aber wenn der Verfasser die Groß- und Kleinschreibung nicht beherrscht, befallen einem schon Zweifel.

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