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14.02.2012

12:32 Uhr

Handelsbilanzen

Ungleichgewichte bestimmen die Weltwirtschaft

VonDirk Heilmann, Alexander Busch, Stefan Mauer, Finn Mayer-Kuckuk

Schon vor der großen Finanzkrise war es ein wichtiges Thema: Das Ungleichgewicht der Weltwirtschaft. Nun befindet sich das Handelsdefizit der USA wieder auf Redkordkurs. Die Schwellenländer kurbeln vergeblich dagegen.

Containerhafen mit Exportgütern: Das Problem der starken Ungleichgewichte in den Handels- und Leistungsbilanzen besteht weiterhin. Reuters

Containerhafen mit Exportgütern: Das Problem der starken Ungleichgewichte in den Handels- und Leistungsbilanzen besteht weiterhin.

Düsseldorf/São Paulo/Mumbai/PekingDas Handelsbilanzdefizit der USA ist wieder auf Rekordkurs: Wie schon in den Jahren 2005 bis 2007 überschritt es im vergangenen Jahr die Marke von einer halben Billion Euro. Mit 532 Milliarden ist es ziemlich genau doppelt so hoch wie die zusammengerechneten Handelsbilanzüberschüsse der führenden Exportnationen Deutschland und China. Damit steht die Weltwirtschaft wieder vor ähnlich großen Ungleichgewichten in den Handelsbilanzen wie vor der großen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09.

Eine Änderung ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht. Das am Jahresende unerwartet stark gestiegene Handelsdefizit der USA sei auf einen Importschub zurückzuführen, sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. „Wir interpretieren das als Hinweis, dass sich die US-Inlandsnachfrage belebt.“ Auf der anderen Seite sank im Januar die Importnachfrage Chinas unerwartet stark, während die Exporte stabil blieben. Die Folge: Der Handelsüberschuss sprang von 13 auf 21 Milliarden Dollar hoch. Dabei war der chinesische Handelsüberschuss im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 109 Milliarden Euro gesunken.

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Auch innerhalb Europas bestehen unverändert hohe Ungleichgewichte. Einem leicht gestiegenen Handelsüberschuss Deutschlands in Höhe von 158 Milliarden Euro stand ein von 52 auf 70 Milliarden Euro gestiegenes Defizit in Frankreich gegenüber. Immerhin verringerte sich das Defizit Großbritanniens um sechs auf 116 Milliarden Euro, und auch in Spanien und Italien verbesserte sich die Handelsbilanz etwas.

Das Problem der starken Ungleichgewichte in den Handels- und Leistungsbilanzen besteht also fort. Auf dem Höhepunkt der Weltrezession 2009 war es das Thema Nummer eins, zumindest aus US-Sicht. Viele Ökonomen und Politiker sahen in den steigenden Defiziten der USA und mancher europäischer Länder im Außenhandel und den spiegelbildlich steigenden Überschüssen der Exportnationen China, Japan und Deutschland die entscheidende Ursache hinter der schlimmsten Weltwirtschaftskrise seit sieben Jahrzehnten.

Kommentare (1)

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Markus.Ehrler

14.02.2012, 15:09 Uhr

Handelsungleichgewichte sind das Ergebnis unterdrückter unfreier Märkte.Innereuropäisch die unflexible Einheitswährung und global die chinesiche Währungsmanipulation haben nicht nur dies Ungleichgewichte verursacht, sondern unzählige andere Blasen in der Weltwirtschaft. Bis auf den Kern nachgewiesen bei ww.sabereconomia.com.br

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