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27.10.2011

12:06 Uhr

Handelsblatt vor Ort

Griechenland braucht neuen Mut

VonChristoph Kapalschinski

20 Handelsblatt-Redakteure sind nach Athen gereist, um sich ein eigenes Bild von der Lage in Griechenland zu machen. Die Menschen dort, so stellen sie fest, sind hoffnungslos. Das muss sich ändern.

Handelsblatt-Redaktion in Athen

Video: Handelsblatt-Redaktion in Athen

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AthenNiemand lacht. Als wir nach einer Woche Griechenland die Fotos unserer vier Fotografen durchschauen, blicken wir auf kein einziges Bild eines optimistischen Gesichts. Das ist das vielleicht erschreckendste Ergebnis unserer bis zu 20 Journalisten starken Recherche-Gruppe, die für das Handelsblatt ein Spezial unter dem Titel „Griechenland ungeschminkt“ zusammenstellt.

Die griechische Krise, sie ist so vielfältig wie das Land mit seinen Bergen, den Küsten, Orthodoxen und Immigranten, verarmten Arbeitslosen und superreichen Reedern. Wir mussten unser Bild von der Krise, das wir aus Deutschland mitgebracht haben, vielfach korrigieren. Nur eben diesen einen Punkt nicht: Griechenland, die stolze Wiege Europas, ist tatsächlich so niedergeschlagen, fühlt sich so gedemütigt, so hoffnungslos, wie wir es befürchtet hatten.

Handelsblatt vor Ort

Griechenland ungeschminkt

Handelsblatt vor Ort: Griechenland ungeschminkt

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Gerasimos, einer unserer griechischen Fotografen, sammelt schon seit einem Jahr seine Bilder von der Krise, Bilder von Menschen mit diesem Gesichtsausdruck, der anders ist als derjenige, die Menschen in anderen Krisengebieten haben. Denn ganz offensichtlich leidet das Land ja nicht an echtem Mangel, die Supermarktregale sind gefüllt, die Infrastruktur funktioniert – solange kein Streik ist. Die Krise ist hauptsächlich eine mentale, eine gefühlte Krise.

Bei vielen unserer Gesprächspartner löst sie Verbitterung aus. Griechenland, das sei doch nicht der böse Bube Europas, sagen sie. „Was wir hier erleben, das ereilt euch in einigen Monaten auch“, warnen sie uns. „Wir sind nicht die Ursache, wir sind das Symptom einer weltweiten Krankheit.“

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

27.10.2011, 12:49 Uhr

Tja, dann sollten die Griechen mal damit anfangen, den Staatsapparat erst einmal komplett aufzulösen, wobei es helfen würde, sämtliche EU-Direktiven, die zusätzlich zur selbstverschuldeten Bürokratie noch weitere Auflagen, Staatsjobs und irrsinnige Kosten geschaffen haben (Gleichstellungs-, Nichtraucher-, Chemikalienkontroll-, Verbraucher-, Umwelt-, Tierschutz- "Direktiven", sprich Auflagen und Gesetze in Europa-Politverschleierungs-Speak plus falscher Regeln für Banken-Mindestreservesätze, die eine Vergabe von Krediten an Staaten statt an Unternehmer erzwingen) erst einmal abzuschaffen oder zumindest ausser Kraft zu setzen. Merkt eigentlich keiner, das hier trotz Demokratie haargenau das selbe Problem herrscht wie in den nordafrikanischen Staaten. Auch dort war das Problem, das die Staatsmeute alle Wertschöpfung abgesahnt hat - nicht ein Reicher, sondern tausend Schmarotzer im Staatsdienst. Aber um das zu verstehen, haben wohl sowohl Nordafrikaner als auch Europäer zu wenig Ahnung von Politik und Wirtschaft ..

Account gelöscht!

27.10.2011, 13:37 Uhr

Griechenland ist ein korruptes System. Daran sind griechische Politiker genauso beteiligt wie die Bevölkerung. Neue Parteien, funktionierende Behörden, ein Ende der Korruption, das alles kann man sich mit den Milliardengeschenken der Eu nicht kaufen. Die Bürger selbst müssen zu einer ehrlichen Demokratie zurückfinden. Also Hand anlegen und aufbauen......

Fred_Kirchheimer

27.10.2011, 13:37 Uhr

Tja, wie wäre es denn mit einem Freiwilligenheer, rekrutiert ausschließlich aus Journalisten? Wie konkret sieht die Hilfe der HB-Redaktion aus, ausser in weinerlicher Manier Hilfe zu fordern. Wenn man schon bis zu 20 Personen nach GR schicken kann, dann empfiehlt es sich, ganz über eine Umsiedlung nach Athen nachzudenken.

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