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05.12.2013

15:22 Uhr

Handelspartner

Ukraine unterzeichnet Wirtschaftsabkommen mit China

Janukowitsch hatte sich jüngst gegen ein Handelsabkommen mit der EU entschieden – und jetzt für eine Erweiterung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China. Denn die ukrainische Wirtschaft braucht Unterstützung.

Der Präsident der Ukraine Viktor Janukowitsch Beschlossen wurden laut Präsidialamt Projekte in den Bereichen Luft- und Schifffahrt sowie Energie und Straßenbau. dpa

Der Präsident der Ukraine Viktor Janukowitsch Beschlossen wurden laut Präsidialamt Projekte in den Bereichen Luft- und Schifffahrt sowie Energie und Straßenbau.

KiewNach der Abkehr von der EU bemüht sich der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch in China um Unterstützung für die angeschlagene Wirtschaft seines Landes. Am Donnerstag wurden in Peking mehrere Dokumente zur Erweiterung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet, berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf den Präsidenten. Er verwies dabei auf frühere Annahmen, wonach es auf Wirtschaftsinvestitionen im Volumen von etwa acht Milliarden Dollar hinauslaufen könnte.

Beschlossen wurden laut Präsidialamt Projekte in den Bereichen Luft- und Schifffahrt sowie Energie und Straßenbau. Ein Landwirtschaftsabkommen sieht zudem offenbar Sojabohnen- und Gerstelieferungen für den chinesischen Markt vor.

Die Ukraine leidet unter einem gewaltigen Staatsdefizit. Es wird geschätzt, dass die ehemalige Sowjet-Republik um die 17 Milliarden Dollar aus dem Ausland im kommenden Jahr benötigt, um ihre Schulden bedienen und Kosten für importiertes Erdgas decken zu können.

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Der Analyst Timothy Ash von der Standard Bank bezweifelte, dass die in China unterzeichneten Abkommen die Wirtschaft signifikant voranbringen. Die Ukraine benötige kurzfristig etwa zehn bis 15 Milliarden Dollar in bar im Voraus, um etwas zu bewirken, sagte er.

Janukowitsch hatte sich jüngst überraschend gegen ein Handelsabkommen mit der EU gestellt. Vorausgegangen war erheblicher Druck Russlands, dem größten Handelspartner der ehemaligen Sowjet-Republik. Die EU wiederum hatte eine Ausreise der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko zur medizinischen Behandlung in Deutschland zur Voraussetzung für die Unterzeichnung des Abkommens gemacht.

Von

rtr

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