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04.10.2017

17:04 Uhr

Hasskommentare und Falschmeldungen

OSZE kritisiert deutsches Gesetz gegen Hass im Netz

Die OSZE kritisiert das deutsche Gesetz gegen die Verbreitung strafbarer Hasskommentare und Falschmeldungen im Internet scharf. Es habe eine „abschreckende Wirkung auf die freie Meinungsäußerung“.

Der Bundesjustizminister hatte das Netzwerkdurchsuchungsgesetzt gefordert und vorangetrieben. dpa

Heiko Maas (SPD)

Der Bundesjustizminister hatte das Netzwerkdurchsuchungsgesetzt gefordert und vorangetrieben.

WienDie Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat das deutsche Gesetz gegen die Verbreitung strafbarer Hasskommentare und Falschmeldungen im Internet kritisiert. Das von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vorangetriebene Netzwerkdurchsuchungsgesetz, das seit Sonntag in Kraft ist, hat laut OSZE-Repräsentant Harlem Désir möglicherweise eine „abschreckende Wirkung auf die freie Meinungsäußerung“.

Wie der Franzose in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme erklärte, ist die Liste der strafbaren Vergehen zu ungenau formuliert. Netzwerke könnten somit mehr löschen, als sie eigentlich dürften. „Ich appelliere an die deutschen Behörden, Maßnahmen zu ergreifen, um die sorgfältige Umsetzung des Gesetzes zu gewährleisten, ihre Auswirkungen zu bewerten und bereit zu sein, es im Parlament zu ändern“, sagte Désir.

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Das neue Gesetz verpflichtet große Netzwerke mit mehr als zwei Millionen registrierten Nutzern, offensichtlich rechtswidrige Inhalte wie Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung innerhalb von 24 Stunden zu entfernen. Erfüllen die Netzwerke die Vorschriften nicht, droht ihnen ein Bußgeld von bis zu 50 Millionen Euro. Vorangetrieben haben das Gesetz vor allem die Sozialdemokraten. Nachdem die SPD nach dem schlechten Wahlergebnis angekündigt hatte, nicht erneut in eine große Koalition mit der Union gehen zu wollen, sind Kritiker des Gesetzes nunmehr optimistisch, dass es in einer neuen Regierung noch grundlegende Änderungen geben wird.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Frau Leane Kamari

04.10.2017, 17:26 Uhr

Tja, SPD, Herr Maas und als Abnick-Verein unser Parlament: Note 6, bitte setzen oder besser gehen.

Novi Prinz

04.10.2017, 17:42 Uhr

Zensur nach Maas ! Und wo ist die freie Presse ?
So Regierungsconform , dass es sie nie betreffen kann ?
Dann ist alles gut !

Herr Holger Narrog

04.10.2017, 17:44 Uhr

Das ein Zensurgesetz nicht zu einem demokratischen Europa passt, ist naheliegend. Das das Merkel Politiksystem sein Demokratieverständnis aus der Deutschen Demokratischen Republik übernommen hat ist offensichtlich.

Die Kritik seitens OSZE ist bekannt.

Gewundert hat mich dass man diese Kritik jetzt auch in der Qualitätspresse veröffentlicht wird.

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