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21.11.2014

14:15 Uhr

Haushalt 2015

Athen sieht Licht am Ende des Tunnels

Gute Nachrichten für Griechenlands Wirtschaft: Das Wachstum soll im kommenden Jahr fast drei Prozent betragen. Die Arbeitslosenquote soll sinken, wie auch die Schulden. Die Troika ist da allerdings nicht so optimistisch.

Touristen besuchen die Akropolis in Athen. Griechenland sieht seine Wirtschaft wieder auf gutem Weg – die Troika bleibt allerdings skeptisch. dpa

Touristen besuchen die Akropolis in Athen. Griechenland sieht seine Wirtschaft wieder auf gutem Weg – die Troika bleibt allerdings skeptisch.

AthenGriechenland sieht nach Jahren der Krise Licht am Ende des Tunnels. Das geht aus dem Haushaltsentwurf für 2015 hervor, den Finanzminister Gikas Hardouvelis am Freitag ins Parlament einbrachte.

Athen rechnet im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent, wie Hardouvelis' Vertreter Christos Staikouras im Vorfeld ankündigte. Die Arbeitslosenquote soll von 24,8 auf 22,6 Prozent zurückgehen und der gesamte Schuldenstand um mehr als sechs Prozent auf 171 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinken.

Außerdem gehe Athen von einem ausgeglichenen Haushalt und drei Prozent Primärüberschuss aus - das ist ein Plus ohne Berücksichtigung der Zinsen auf die Staatsschulden. Zugleich räumte Staikouras in den den Medien Unstimmigkeiten mit der Troika der Geldgeber Griechenlands ein. „Die Troika hat andere Prognosen und sieht eine Haushaltslücke“, wird er zitiert. Dahinter verbirgt sich innenpolitischer Sprengstoff: Seitens der Troika werden weitere Anpassungen gefordert. Athen lehnt das aus Sorge vor neuen Protesten und politischer Destabilisierung ab.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Der Entwurf soll am 7. Dezember verabschiedet werden, einen Tag vor der nächsten Sitzung der Eurogruppe. Griechenland möchte bis zu dahin zu einer Einigung mit seinen Geldgebern kommen, um das Ende des Stützungsprogramms der Europartner auszuhandeln, welches zum Jahresende ausläuft.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Thomas Melber

21.11.2014, 17:19 Uhr

Am besten läßt man Athen einmal wirtschaften ohne weitere Zuschüsse zu geben - dann löst sich das Problem, auf die eine oder andere Weise.

Account gelöscht!

21.11.2014, 19:32 Uhr

Dieses Land hat definitiv jeglichen Anspruch auf Glaubwürdigkeit auf Jahrtausende hin verspielt.

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