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08.07.2016

14:22 Uhr

Heckenschützen töten US-Polizisten

Das Grauen von Dallas

Bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt in Dallas fallen Schüsse, fünf Polizisten sterben, getroffen von Heckenschützen. Die Täter gehen laut Polizei strategisch und professionell vor. Und die Folgen sind unabsehbar.

Die Beamten stehen vor einem Krankenhaus in Dallas, während die Leiche eines Kollegen abtransportiert wird. dpa

Polizisten in Dalls

Die Beamten stehen vor einem Krankenhaus in Dallas, während die Leiche eines Kollegen abtransportiert wird.

DallasEs war vielleicht zu befürchten. Aber dass es passieren würde, hat doch niemand kommen sehen. Was in der Nacht zum Freitag in Dallas geschieht, wird der tödlichste Tag für die Polizei in den USA seit dem 11. September 2001. Heckenschützen erschießen fünf Polizisten und verletzen mindestens sechs Menschen. Sie postierten sich entlang der Route einer Demonstration gegen Polizeigewalt. Ausgerechnet.

Bei solchen Demonstrationen kommt es gelegentlich zu Gewalt, aber dieses Mal ist die Situation völlig anders. US-Medien beschreiben die Täter als professionell, taktisch trainiert, „offensichtlich Profis“, sagt der Polizeiexperte von CNN. „Das war nicht das, was man sonst von Protesten kennt.“

Tote Polizisten in Dallas: Was wir wissen und was nicht

Schüsse

Die ersten Schüsse sind um 20:45 Uhr am Donnerstagabend gefallen.

Opfer

Fünf Polizisten sind ums Leben gekommen. Einer von ihnen arbeitete für das Nahverkehrsunternehmen DART, wie das Unternehmen mitteilte. Mindestens sechs weitere Beamte wurden verletzt.

Täter

Bei den Tätern handelte es sich nach Angaben der Polizei um Heckenschützen. Ein Verdächtiger habe sich in einem mehrstöckigen Parkhaus verschanzt, sagte Brown am frühen Morgen. Die Polizei verhandele mit ihm. Er habe damit gedroht, weitere Polizisten zu töten. Zudem habe er angegeben, dass Bomben im Parkhaus und in der Stadt versteckt seien.

Festnahmen

Ein Verdächtiger habe sich in einem mehrstöckigen Parkhaus verschanzt, sagte Brown am frühen Morgen. Die Polizei verhandele mit ihm. Er habe damit gedroht, weitere Polizisten zu töten. Zudem habe er angegeben, dass Bomben im Parkhaus und in der Stadt versteckt seien. Die Polizei gehe davon aus, dass die Festgenommenen zusammengearbeitet haben, sagte Brown. Die Polizei veröffentlichte auf Twitter das Bild eines Mannes. Dieser stellte sich danach der Polizei.

Unbekannt

Zur Identität der Festgenommenen machte die Polizei keinerlei Angaben. Es ist unklar, ob es weitere Verdächtige gibt. Brown sagte, er sei nicht vollständig überzeugt, dass bereits alle Verdächtigen in Gewahrsam seien. Ob tatsächlich Bomben gelegt wurden, ist unklar. Sprengstoffexperten untersuchten nach Angaben der Polizei ein verdächtiges Paket. Das Motiv für die Tat ist noch unbekannt. Ob der Mann auf dem von der Polizei veröffentlichten Foto zu den Tatverdächtigen zählt, ist nicht klar. Medienberichten zufolge könnte er zu den Mitorganisatoren des Protestmarsches gehören.

Sie postierten sich in einem strategischen Dreieck an der Strecke der Demonstration, sagt Polizeichef David O. Brown. Sie feuerten von erhöhten Positionen. Einigen Polizisten schossen sie in den Rücken.

Unter blankem Abendhimmel waren etwa 1000 Menschen in der Südstaatenmetropole auf die Straße gegangen, um gegen den Tod zweier Schwarzer zu protestieren, die binnen 48 Stunden von der Polizei erschossen worden waren. Teilnehmer wie Polizei sagen, es sei völlig ruhig und friedlich gewesen. Spät am Abend beginnt, was US-Präsident Barack Obama später verabscheuungswürdig nennen wird, bösartig und kalkuliert.

Polizeichef David O. Brown sagt, die Täter seien mit schnellladenden Gewehren bewaffnet gewesen. Im Fernsehen sind Salven zu hören, Augenzeugen beschreiben tödliche Schüsse aus allernächster Nähe. „Sie haben einen nach dem anderen abgeknallt, einen nach dem anderen“, ruft ein Mann. „Jeder, der an diesen schrecklichen Morden beteiligt war, wird zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt Obama.

Diese Anschläge erschüttern die USA zutiefst, und sie werden extrem nachhallen. Nicht nur hat die Polizei, wie das Militär, einen besonderen Platz in der Gesellschaft. Auch die jahrelange Waffendebatte wird nach diesen Schüssen auf bewaffnete Staatsdiener neu befeuert werden.

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