Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2011

20:37 Uhr

Heikler UN-Bericht

Nordkorea exportiert Raketen für Atomsprengköpfe

Es ist eine beunruhigende Nachricht: Nordkorea soll Raketen mit Vorrichtungen für nukleare Sprengköpfe exportieren. Abnahmeländer der bedenklichen Lieferungen: Der Iran und andere Krisengebiete.

Das kommunistische Regime in Nordkorea soll komplette Raketensysteme, Bauteile und Technologien in Krisengebiete liefern. Quelle: dpa

Das kommunistische Regime in Nordkorea soll komplette Raketensysteme, Bauteile und Technologien in Krisengebiete liefern.

New York Pjöngjang sei „aktiv beteiligt an der Ausfuhr kompletter Raketensysteme, Bauteilen und Technologie an zahlreiche Kunden im Nahen und Mittleren Osten und in Südasien“, heißt es in einem Expertenbericht, der am Dienstag dem UN-Sicherheitsrat in New York vorgelegt wurde. Als Transitland wird in dem Bericht China genannt. Der chinesische Experte verweigerte seine Unterschrift unter den Bericht - ein einzigartiger Vorfall.

„Wir sind sehr besorgt angesichts des andauernden nordkoreanischen Nuklearprogramms und der von Pjönjang betriebenen Proliferation“, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig nach der Sitzung. „Nordkorea verletzt nach wie vor Resolutionen des Sicherheitsrates.“ Der Bericht der Expertengruppe sei wertvoll. „Er muss jetzt zügig in den zuständigen Gremien beraten werden. Die Umsetzung der Sanktionen braucht Transparenz, weshalb der Bericht aus unserer Sicht anschließend auch veröffentlicht werden sollte.“

Nach diesem Bericht wurden die Waffen mit regulären Flügen der staatlichen Fluggesellschaften Air Koryo und Iran Air transportiert.

Das kommunistische Regime in Nordkorea baue seit den 1970er Jahren ballistische Raketen. Inzwischen sei die neue Klasse der Nodong-Flugkörper so gut, dass sie Ziele in 1300 Kilometern Entfernung bekämpfen könnten. Der Devisenbedarf des Regimes sei so groß, dass Nordkorea nicht vor dem von den UN und durch zahlreiche Verträge verbotenen Handel zurückschrecke.

Nach Atombombentests in den Jahren 2006 und 2009 hatten die Vereinten Nationen Sanktionen gegen Nordkorea erlassen. Kernpunkt der Strafmaßnahmen ist ein Handelsverbot für alle Waren, die zum Bau von Kernwaffen genutzt werden könnten. Im Februar hatte eine UN-Expertengruppe festgestellt, dass Nordkorea offenbar weiter fortgeschrittene Atomanlagen hat als bislang bekannt. Demnach könne das international isolierte Land seit mindestens einem Jahrzehnt Uran anreichern - zu zivilen, aber auch militärischen Zwecken. Dafür muss Nordkorea, trotz der UN-Sanktionen, Hilfe von außen gehabt haben.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Montaillou

17.05.2011, 22:13 Uhr

Vorsicht Kriegs-Propaganda!
Wieder werden Argumente an den Haaren herbeigezogen, um auch den allerletzten souveränen Staaten dieser Erde den garaus zu machen.

Nachdenker

17.05.2011, 22:32 Uhr

1300 km Reichweite?
Wenn Iran tatsächlich Ambitionen in dieser Richtung hat, wird Teheran nicht nur ein Ziel israelischer sondern auch russischer Kernwaffen.
Die spielen mit dem Feuer und werden sich die Finger verbrennen. Auch wenn sie ein paar Kernwaffen bekommen, werden sie im Ernstfall von den Großen schneller ausradiert werden, als sie in den Bunker flüchten können.
Das gilt genauso für den Fake-Staat Pakistan, auch wenn dieser Indien quasi als Geisel hält.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×