Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2010

11:13 Uhr

„Heiliger Krieg“

Jemenitische Gesitliche drohen den USA

Für den Fall einer amerikanischen Invasion haben jemenitische Religionsführer mit einem Aufruf zum heiligen Krieg gedroht. Parallel wurden in den USA Stimmen laut, die gezielte Angriffe auf Extremisten in dem islamischen Land forderten. Damit bekommt die Diskussion über ein Eingreifen neuen Schwung – nur wenige Tage, nachdem Präsident Obama den Einmarsch ausgeschlossen hat.

Sicherheitskräfte im Jemen: Heiliger Krieg angedroht. ap

Sicherheitskräfte im Jemen: Heiliger Krieg angedroht.

HB SANAA. Der Jemen hat der Extremistenorganisation Al-Kaida den Krieg erklärt. „Die Sicherheitskräfte beginnen einen großangelegten Feldzug gegen Al-Kaida-Kämpfer, wir sind mit ihnen im offenen Krieg“, sagte ein auf Anonymität bestehender Vertreter der Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Für den Fall einer militärischen Einmischung aus dem Ausland drohten 150 jemenitische Geistliche mit der Ausrufung des Heiligen Krieges.

Die Bürger des arabischen Landes wurden zur Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften aufgerufen. Extremisten dürfe kein Unterschlupf zu gewährt werden, hieß es in einem Bericht, der unter Berufung auf Sicherheitskreise auf einer Internetseite der Regierung erschien.

Auf der Suche nach 25 verdächtigten Al-Kaida-Kämpfern, die nach Razzien im Südosten des Landes geflohen waren, durchkämmten Sicherheitskräfte unterdessen mit Hubschraubern eine Bergregion.

Der Jemen steht seit dem vereiteltem Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug im Fokus der internationalen Terrorismusbekämpfung. Der Attentäter hatte dort eigenen Angaben zufolge Sprengsatz und Ausbildung erhalten.

Das Land leidet jedoch unter politischer Instabilität und einer schwachen Wirtschaft. Der jemenitische Außenminister bat am Donnerstag um Hilfe für sein Land. Vier Mrd. Dollar seien notwendig, um die Wirtschaft in den Griff zu bekommen.

Für den Fall eines Einsatzes ausländischer Truppen rief unterdessen eine Gruppe von 150 jemenitischen Geistlichen zum Dschihad auf. Sollte sich ein fremdes Land zum militärischen Eingreifen im Jemen entscheiden, verlange der Islam, dass seine Gläubigen den Kampf im Sinne der Religion aufnähmen, heißt es in einer Erklärung. Hintergrund ist unter anderem die Forderung eines hochrangigen Außenpolitikers der Partei von US-Präsident Barack Obama, der amerikanische Militärangriffe auf Extremisten in dem arabischen Land gefordert hatte.

Im Norden des Landes töteten derweil Angehörige eines regierungstreuen Stammes zehn schiitische Rebellen. Die Aufständischen hätten zuvor versucht, Stellung in einer Ortschaft in dem Landesteil Stellung zu beziehen, teilte das Innenministerium in Sanaa weiter mit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×