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06.01.2005

11:49 Uhr

Helfer waren eine Woche lang in Thailand

"Das kann sich niemand vorstellen"

Erschöpft und angespannt wirken die Gesichter der elf aus Thailand zurückgekehrten Psychologen und Rettungsassistenten. In der Ankunftshalle des Frankfurter Flughafens wird ihnen am frühen Mittwochmorgen zunächst auf die Schulter geklopft, dann folgen Umarmungen.

Die Eindrücke aus dem Katastrophengebiet werden die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdiensts nicht so leicht vergessen. Foto: dpa

Die Eindrücke aus dem Katastrophengebiet werden die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdiensts nicht so leicht vergessen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Der Blick der Rückkehrer bleibt aber starr, das Handeln mechanisch - die Eindrücke aus dem Katastrophengebiet werden die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdiensts lange nicht vergessen. „Dabei sind uns die schlimmsten Bilder noch erspart geblieben“, sagt der 43-jährige Wolfgang Höfges, ein ehrenamtlicher Krisenhelfer, sonst Landesbeamter in Düsseldorf.

„Es ist etwas paradox. Aber eigentlich sind wir ins Paradies geflogen“, berichtet Norbert Dietrich, ein Mainzer Helfer. Bei der Ankunft in Phuket sei die Verwüstung aus der Luft nicht zu erkennen gewesen. „Das war ja nur ein schmaler Streifen an der Küste. Wenige Meter weiter ist die heile Welt.“ Am Ziel angekommen verschlug es ihm die Sprache. „Das kann sich keiner vorstellen, keine Kamera vermitteln.“ Auch Höfges sagt: „Ich bin jetzt seit 25 Jahren im Einsatz. So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Eine Woche lang halfen die überwiegend hessischen und rheinland- pfälzischen Mitglieder eines Kriseninterventionsteams im Auftrag des Auswärtigen Amtes in Südthailand. Sie suchten in den Krankenhäusern nach deutschen Urlaubern, versorgten sie mit Medikamenten und Verbandsmaterial und bereiteten, wenn nötig, den Transport nach Deutschland vor. „Die Bandbreite ging von leichten Schürfwunden bis zu schwersten Verletzungen“, berichtet Höfges. Überrascht war der ehrenamtliche Helfer von den Zuständen in den Krankenhäusern. „Das ist fast europäischer Standard.“ Zudem würden europäische Touristen bevorzugt behandelt - vor den Einheimischen.

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