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22.06.2013

18:19 Uhr

Hilfe für Assad-Gegner

CIA trainiert seit Monaten syrische Rebellen

Der US-Geheimdienst soll seit November syrische Rebellen in Jordanien ausbilden. Laut Berichten wurde das Training auf Abwehrwaffen ausgeweitet. Zudem hat will die Kontaktgruppe die Militärhilfen deutlich ausweiten.

Ein syrischer Rebell in Aleppo. In Jordanien soll die CIA bereits seit Monaten Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) ausbilden. dpa

Ein syrischer Rebell in Aleppo. In Jordanien soll die CIA bereits seit Monaten Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) ausbilden.

Amman/Damaskus/Doha/WashingtonDer US-Auslandsgeheimdienst CIA und Eliteeinheiten trainieren einem Zeitungsbericht zufolge seit Monaten heimlich syrische Rebellen. Diese würden in US-Stützpunkten in Jordanien und der Türkei unter anderem an panzerbrechenden Waffen und Luftabwehrraketen ausgebildet, berichtete die „Los Angeles Times“ am Freitag unter Berufung auf nicht genannte US-Beamte und Rebellenführer. Die für 20 bis 45 Kämpfer ausgelegten Trainingsprogramme liefen demnach jeweils zwei Wochen lang und begannen erstmals im November 2012 im Südwesten Jordaniens.

Insgesamt sollen rund 5 000 Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) an modernen Waffensystemen ausgebildet werden. Das Weiße Haus hatte zu einem Bericht der „Los Angeles Times“ über die militärische Ausbildung von Rebellen durch das US-Militär in Jordanien am Freitag nur erklärt: „Wir haben unsere Unterstützung verstärkt.“ Der jordanische Regierungssprecher Mohammed al-Momani wies den Bericht auf Anfrage lokaler Medien gar als falsch zurück.

Jordanische Militärs erklärten am Samstag, das seit dem vergangenen Jahr laufende Ausbildungsprogramm sei zuletzt erheblich ausgeweitet worden. Anfangs habe man den Rebellen nur beigebracht, wie man chemische Waffen entdecke und sichere. Inzwischen lernten sie auch, wie man Luftabwehrwaffen und panzerbrechende Raketen bediene.

Die Rebellen sollten damit in die Lage versetzt werden, eine „Flugverbotszone“ und „Pufferzonen“ entlang der jordanisch-syrischen Grenze zu verteidigen, sagte ein jordanischer Armeeangehöriger. Im Zusammenhang mit dieser Strategie dürfte auch die Stationierung von F-16-Kampfjets und Patriot-Luftabwehrraketen in Jordanien zu sehen sein. Aus dem Pentagon hatte es am vergangenen Wochenende geheißen, man habe nach einem internationalen Manöver in Jordanien auf jordanischen Wunsch hin beschlossen, einige Kampfflugzeuge und Patriot-Raketen in dem Wüstenstaat zu belassen.

Zwei Jahre blutiger Kampf um die Macht

15. März 2011:

Erste Protestdemonstration in der syrischen Hauptstadt Damaskus gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

18. März:

Tausende demonstrieren gegen Assad, es gibt Tote. Am 22. April gehen 100 000 auf die Straße, mindestens 112 sterben.

23. Juni:

Nach Einschlägen syrischer Granaten auf türkischem Gebiet schießt Syrien nahe der Stadt Latakia einen türkischen Militärjet ab. Ankara stationiert daraufhin Raketenabwehrsysteme an der Grenze.

31. Juli:

Das Regime erobert die Widerstandshochburg Hama. Laut Opposition sterben mindestens 100 Menschen.

3. August:

Der UN-Sicherheitsrat einigt sich auf eine „Präsidentielle Erklärung“ zur Verurteilung des Regimes in Damaskus. Eine gewichtigere Resolution scheitert am Veto Russlands und Chinas. Beide Länder blockieren in den folgenden Monaten zwei weitere Resolutionen.

2. Oktober:

Die syrische Opposition bildet einen Nationalrat.

22. Dezember:

Erste Beobachter der Arabischen Liga treffen in Syrien ein. Vier Wochen später wird ihr Einsatz wegen der Gewalt beendet.

23. Dezember:

In Damaskus sterben bei den ersten Selbstmordanschlägen im Bürgerkrieg mindestens 44 Menschen, mehr als 160 werden verletzt.

4. Februar 2012:

Aus der Protesthochburg Homs wird das schlimmste Blutbad seit Beginn der Proteste gemeldet. Hunderte Menschen sterben.

13. Februar:

Das Regime weist den Vorschlag der Arabischen Liga zurück, UN-Friedenstruppen nach Syrien zu schicken. Kurz darauf nennt Assad den 26. Februar als Termin für ein Verfassungsreferendum. Die Verfassung tritt am 28. Februar in Kraft.

25. Februar:

In Tunis gründen mehr als 60 Staaten die „Freundesgruppe“ für ein demokratisches Syrien.

27. März: Syrien akzeptiert den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan, der eine von den UN beobachtete Waffenruhe vorsieht.

25. Mai:

Bei einem Massaker im Ort Al-Hula kommen mehr als 100 Zivilisten ums Leben.

13. Juli:

Nach Angaben der Opposition sollen bei einem Massaker nahe Hama bis zu 250 Menschen von Regierungstruppen getötet worden sein.

18. Juli:

Bei einem Bombenanschlag der Rebellen auf den nationalen Krisenstab kommen mehrere Mitglieder der syrischen Führung ums Leben - darunter der Verteidigungsminister und Assads Schwager.

2. August:

UN-Vermittler Annan gibt auf. Es werden neue Massaker an syrischen Zivilisten gemeldet.

16. August:

Wegen der ausufernden Gewalt wird die UN-Beobachtermission beendet.

24. Oktober:

Der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi als neuer UN-Vermittler erklärt, beide Seiten seien zu einer Feuerpause bereit. Die auf vier Tage angelegte Waffenruhe hält keine drei Stunden.

11. November:

Regimegegner bilden die „Nationale Koalition“ und wählen den Prediger Ahmed Muas Al-Chatib zum Vorsitzenden. Zuvor gab der Syrische Nationalrat Ansprüche auf eine Vormachtstellung auf.

6. Januar 2013:

Assad will mit einer nationalen Mobilmachung seinen Sturz verhindern. Er verspricht in seiner ersten öffentlichen Rede seit sieben Monaten Reformen, eine neue Verfassung und Regierung. Eine politische Lösung mit bewaffneten Rebellen schließt er aus.

28. Januar:

Die Nato schützt die Türkei mit „Patriot“- Raketenabwehrstaffeln vor Angriffen aus Syrien. Zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien dürfen sie nicht eingesetzt werden.

21. Februar:

In Damaskus kommen bei einem Bombenanschlag nahe der Zentrale von Assads Baath-Partei mindestens 53 Menschen ums Leben. Das Hauptquartier des Militärs wird mit Granaten beschossen.

28. Februar:

Die Staaten der „Freundesgruppe“ wollen Syriens Opposition politisch und finanziell helfen, aber keine Waffen liefern.

3. März:

Assad lehnt einen Gang ins Exil weiterhin ab. Im Interview mit der britischen Zeitung „Sunday Times“ zeigt er Bereitschaft zu Gesprächen mit der Opposition. Voraussetzung sei aber, dass Militante ihre Waffen niederlegten.

5. März:

Syrische Rebellen melden die Einnahme der Stadt Al-Rakka. Für die von den Rebellen kontrollierten Gebiete in der Provinz Aleppo lassen Oppositionsparteien erstmals lokale Vertretungen wählen.

9. März:

Nach drei Tagen in der Hand syrischer Rebellen sind 21 Blauhelm-Soldaten wieder auf freiem Fuß.

Damit würden die Patriot-Staffeln zu einer Art zweitem Verteidigungswall. Über ähnliche Szenarien an der syrisch-türkischen Grenze wurde bislang nichts bekannt. In der Türkei sind Patriot-Luftabwehr-Staffeln aus Deutschland, den Niederlanden und den USA stationiert. Ihre Aufgabe ist es, mögliche Angriffe aus Syrien auf türkisches Staatsgebiet zu verhindern.

Nach Angaben eines jordanischen Militärs hat Washington, um das Ausbildungsprogramm für die FSA auszuweiten, in der vergangenen Woche rund 2000 zusätzliche Berater und Ausbilder nach Jordanien geschickt. Ein FSA-Kommandeur aus der Provinz Daraa, der 100 Kämpfer zu dem Training nach Jordanien geschickt hatte, sagte, die Waffen, an denen sie nun ausgebildet worden seien, hätten Daraa noch nicht erreicht. Heftige Angriffe mit Artillerie und Kampfflugzeugen meldeten die Rebellen am Samstag aus dem Viertel Al-Kabun in Damaskus.

Waffen bekommen die Rebellen auch aus sunnitischen Staaten. Darunter sind nach Informationen der „New York Times“ Waffen aus Beständen des gestürzten libyschen Regimes von Muammar al-Gaddafi. Viele dieser Waffen, die jetzt gegen die von Russland ausgerüsteten syrischen Regierungstruppen eingesetzt würden, seien ursprünglich von Russland an Libyen geliefert worden.

Kommentare (33)

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Der_ewige_Spekulant

22.06.2013, 13:44 Uhr

"CIA trainiert seit Monaten syrische Rebellen"

Die Überschrift ist fast richtig.

Besser wäre:

"CIA trainiert seit Monaten Al-Qaida Kämpfer in Syrien"


Deswegen sollte der Assad nach us-amerikanischer Logik nicht gegen die Al-Qaida-Kämpfer kämpfen, sondern dem Obama eine Kugel verpassen lassen. Denn der Obama ist die Quelle der Gewalt in Syrien.

btw

22.06.2013, 13:46 Uhr

Und die nationale syrische Freiheitsarmee weiß davon auch nichts: wetten das?

Niemand weiß überhaupt irgendwas: und hierzulande flimmern Fernsehbilder von "mit" 1a panzerbrechenden Waffen durchs Bewußtsein von "Rebellen", die sogar Urankernmunition durch die Bewehrungen schießen können.

Sollte man sich wundern?
Warum?

Und wer so etwas bemerkt wird Besuch vom Verfassungsschutz bekommen?
Wegen Bemerkung?
Oder weil er das auch nioch hinschreibt in einem öffentlichen Forum?

egal_scheissegal

22.06.2013, 13:56 Uhr

Was Erdogan wohl dazu sagen wird?
Alles Kommunisten.

Aber Erdogan ist halt ein unschuldiger Kalif, einer, der lieber NATO Raktenbatterien ordert...

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