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28.12.2013

02:30 Uhr

Hilfe für Flüchtlinge

Verstärkung für Blauhelme erreicht Südsudan

Die internationale Gemeinschaft reagiert auf die Krise im Südsudan. Die ersten Blauhelme erreichten am Freitag die Hauptstadt Juba. Sie sollen die Tausenden von Flüchtlingen in den UN-Zentren unterstützen.

Ein Mädchen in einem der UN-Zentren im Südsudan, in das sich zahlreiche Menschen im Land geflüchtet haben. ap

Ein Mädchen in einem der UN-Zentren im Südsudan, in das sich zahlreiche Menschen im Land geflüchtet haben.

JubaIm Südsudan sind die ersten Verstärkungstruppen für die UN-Blauhelme eingetroffen. Die 72 internationale Polizeioffiziere der UN-Mission im Kongo seien am Freitag in der Hauptstadt Juba angekommen, teilten die Vereinten Nationen mit.

Demnach wird die Einheit unverzüglich zur Unterstützung der schätzungsweise 63 000 Vertriebenen abgestellt, die in UN-Zentren im ganzen Land Zuflucht gesucht haben.

Angesichts der Eskalation der Gewalt hatte der UN-Sicherheitsrat vergangene Woche eine Aufstockung der Südsudan-Friedensgruppe von 8000 auf fast 14 000 Mann und eine Entsendung von Kampfhelikoptern und anderem Militärgerät beschlossen.

Am 15. Dezember brachen in Juba heftige Kämpfe aus, die rasch das ganze Land erfassten. In dem Konflikt stehen sich unterschiedliche Volksgruppen gegenüber - die Dinka, denen Präsident Salva Kiir angehört, und die Nuer von Ex-Vizepräsident Riek Machar.

Die Gewalt kostete bislang mehr als 1000 Menschen das Leben. Die regionale Organisation nordostafrikanischer Länder (IGAD) versucht derzeit in dem Konflikt zu vermitteln.

Die ersten Vermittlungsbemühungen im Südsudan-Konflikt sind ins Leere gelaufen. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta und der äthiopische Regierungschef Hailemariam Desalegn sprachen zwar am Donnerstagabend nach einem Treffen mit ihrem südsudanesischen Kollegen Salva Kiir von „einem konstruktiven Dialog.“ Doch an den Gesprächen nahm Kiirs Widersacher, Ex-Vizepräsident Riek Machar, nicht teil. Ein Durchbruch blieb vorerst aus.

Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Bei einer für den (heutigen) Freitag in Nairobi geplante Runde mit Staatschefs der regionalen Organisation nordostafrikanischer Länder (IGAD) soll über die Ergebnisse des ersten Treffens beraten werden, wie Südsudans Außenminister Barnaba Marial Benjamin ankündigte. Es werde erwartet, dass auch Machar eine Einladung erhalte.

Ob er aber auch kommt, ist jedoch ungewiss. Staatschef Kiir hingegen sei „im Prinzip“ zu einem Ende der Feindseligkeiten und zu Verhandlungen bereit, sagte Benjamin weiter.

Die Truppen der Regierung versuchen derzeit, die Kontrolle über Bentiu, die Hauptstadt des Staats Unity, zurückzuerlangen, wie Militärsprecher Philip Aguer mitteitle. Die Stadt wurde von Kämpfern eingenommen, die loyal zu Machar stehen. Scharmützel wurden auch aus Malakal gemeldet, der Hauptstadt des Staats Upper Nile. Am Abend meldete Informationsminister Michael Makuei Lueth, Regierungssoldaten hätten Malakal vollständig unter Kontrolle gebracht.

Die UN-Sondergesandte in der Hauptstadt Juba, Hilde Johnson, sagte bei einer Videokonferenz mit Journalisten, dass bei der Gewalt in den vergangenen elf Tagen gut tausend Menschen getötet worden sein könnten. „Eine mühsam über Jahrzehnten von Konflikten und Kampf aufgebaute Nation steht auf dem Spiel“ warnte sie. „Ich rufe daher die politischen Führer des Südsudan auf, ihren Truppen zu befehlen, die Waffen niederzulegen, um den Frieden eine Chance zu geben. Und zwar sofort“.

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