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29.10.2014

08:56 Uhr

Hilfe für Kurden in Kobane

Erste Peschmerga-Kämpfer erreichen Türkei

Nicht der Westen, sondern der Irak unterstützt nun die Verteidiger von Kobane: 150 Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak sind in der Türkei angekommen, sie wollen den Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz IS beistehen.

Kampf um Kobane

Peschmerga-Kämpfer in der Türkei eingetroffen

Kampf um Kobane: Peschmerga-Kämpfer in der Türkei eingetroffen

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ErbilDie Verteidiger von Kobane erhalten Unterstützung: 150 irakische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak haben sich auf den Weg in die syrisch-kurdische Stadt gemacht, um sich an der Schlacht gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu beteiligen.

Am Mittwochmorgen landete ein Teil der Truppen auf dem Flughafen Sanlierfa im Südosten der Türkei, wie AP-Videojournalisten vor Ort bestätigten. Von dort ging es in von türkischen Sicherheitskräften eskortierten Bussen in Richtung Kobane. Ein anderer Lastwagenkonvoi mit Peschmerga-Kämpfern und Waffenlieferungen überquerte am früheren Morgen den Grenzübergang Ibrahim Chalil in die Türkei und fuhr ebenfalls nach Kobane.

Mitte September starteten die IS-Dschihadisten eine Offensive auf den Grenzort zu Syrien. Dutzende umliegende Dörfer brachten sie bereits in ihre Gewalt, inzwischen kontrollieren sie auch Teile Kobanes. Mehr als 800 Menschen wurden laut Aktivisten bei den Kämpfen getötet. Mehr als 200.000 Bewohner der Region flohen in die benachbarte Türkei.

Im Kampf gegen die Extremisten werden die Kurden in Kobane von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt. Die Türkei hält sich mit der Hilfe für die sogenannten Volksschutzeinheiten (YPG) allerdings zurück, weil sie diese als Ableger der international als Terrorgruppe geächteten Kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet.

Peschmerga-Einheiten: Hilfe für Kobane naht

Peschmerga-Einheiten

Hilfe für Kobane naht

Die Kurden verteidigen Kobane weiter gegen die Terrormiliz IS. Offensichtlich können sie bald mit Hilfe durch Peschmerga-Einheiten rechnen. Im Irak kamen erstmals deutsche Waffen gegen den IS zum Einsatz.

Unter dem Druck des Westens und Kurden in der Türkei und Syriens willigte Ankara ein, Kämpfer über türkisches Territorium nach Kobane reisen zu lassen. Dies gilt jedoch nur für die Peschmerga aus dem Irak, nicht für Kämpfer der PKK.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte der britischen BBC, die Entsendung der Peschmerga sei die einzige Möglichkeit, „Kobane zu helfen, da kein anderes Land Bodentruppen einsetzen will“. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki begrüßte die Stationierung der Peschmerga in Kobane.

Bei ihrer Abfahrt wurden die 150 Peschmerga-Kämpfer von zahlreichen jubelnden und Fahnen schwenkenden Menschen verabschiedet. Auch an der Grenze erwarteten sie Tausende Menschen, die traditionelle Lieder sangen und Parolen skandierten.

Von

ap

Kommentare (1)

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Frau Pia Paff

29.10.2014, 09:30 Uhr

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