Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.09.2014

18:48 Uhr

Hilfe im Kampf gegen IS

„Ausbreitung des Krebsgeschwürs stoppen“

Irak bittet im Kampf gegen die IS-Terrormilizen um Hilfe. Es liege auch in der Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, den Irak und die gesamte Region zu schützen. Rede von Obama mit Spannung erwartet.

US-Außenminister John Kerry (links) im Gespräch mit Haider al-Abadi. Der neue Ministerpräsident Iraks fordert Hilfe im Kampf gegen den Terror. ap

US-Außenminister John Kerry (links) im Gespräch mit Haider al-Abadi. Der neue Ministerpräsident Iraks fordert Hilfe im Kampf gegen den Terror.

BagdadDer neue irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, seinem Land im Kampf gegen die islamistische IS-Miliz zu helfen. Es müsse sofort gehandelt werden, um die „Ausbreitung dieses Krebsgeschwürs zu stoppen“, sagte Abadi am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry in Bagdad.

Kerry wirbt derzeit in der Region um Unterstützung für den Kampf gegen die IS-Miliz, die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Mit Spannung wurde eine Rede von US-Präsident Barack Obama erwartet, in der er seinen Plan zu Bekämpfung der IS-Miliz vorstellen wollte.

Der IS-Siegeszug – Chronik Teil 1

6. Januar 2014

Im Irak und in Syrien dehnt die Miliz Islamischer Staat (IS) ihr Terrorregime auf immer mehr Orte aus. IS gewann 2013 an Einfluss, als der Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit sunnitischen Parteien eskalierte. Am 6. Januar besetzen IS-Rebellen Falludscha in der Provinz Anbar.

21. März 2014

IS liefert sich in der Provinz Dijala Kämpfe mit der Armee.

11. April 2014

Vor Gefechten in Anbar fliehen mehr als 400.000 Menschen.

10. Juni 2014

IS-Kämpfer nehmen Mossul ein. Im türkischen Konsulat werden fast 50 Geiseln genommen. Dazu kommen über 30 entführte türkische Lastwagenfahrer. Rund 500.000 Einwohner der Millionenstadt fliehen.

11. Juni 2014

IS kontrolliert weite Teile des Iraks. Dazu gehören Ninive, Anbar und Salaheddin mit den wichtigen Städten Baidschi und Tikrit.

12. Juni 2014

IS rückt weiter Richtung Bagdad vor. Regierungschef Nuri al-Maliki scheitert im Parlament mit dem Versuch, den Notstand ausrufen zu lassen.

13. Juni 2014

US-Präsident Barack Obama schließt ein Eingreifen von US-Bodentruppen aus, Washington bereite „andere Optionen“ vor. Auch Irans Präsident Hassan Ruhani sichert der schiitischen Regierung des Iraks Solidarität im Kampf gegen sunnitische Terroristen zu.

15. Juni 2014

Nachdem irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer den Vormarsch der Dschihadisten gebietsweise stoppen konnten, führt IS den Kampf mit Videos und Fotos grausamer Exekutionen auch im Internet.

20. Juni 2014

Zweieinhalb Jahre nach Ende des Irak-Kriegs bereiten sich die USA auf neue Militärschläge im Land vor. Luftangriffe gegen IS-Rebellen sind nicht mehr ausgeschlossen. Außerdem seien die USA bereit, bis zu 300 Militärberater ins Land zu schicken.

24. Juni 2014

Angesichts des IS-Vormarsches wollen verfeindete Schiiten, Sunniten und Kurden im Irak rasch eine gemeinsame Regierung bilden. Al-Maliki lehnt diese ab und verschärft damit die Krise.

„Natürlich ist es unsere Aufgabe, unser Land zu verteidigen“, sagte Abadi. Es liege aber auch in der Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, den Irak und die Iraker und die gesamte Region zu schützen. Die Vereinten Nationen müssten zudem auf die Bedrohung durch den Islamischen Staat (IS) in Syrien reagieren.

Kerry sagte, die USA würden nicht tatenlos dabei zusehen, wie sich die IS-Miliz ausbreite. „Die Koalition, die das Herzstück unserer weltweiten Strategie ist, wird weiter wachsen und sich in den kommenden Tagen vertiefen“, sagte er. Der US-Außenminister reist neben dem Irak auch nach Saudi-Arabien und in andere Hauptstädte der arabischen Welt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Lisa Walter

10.09.2014, 20:19 Uhr

Die Gruppe "Islamischer Staat" sind nur ein Erscheinungsbild des eigentlichen Problems und das heißt "politischer Islam". Dieser Fundamentalismus breitet sich weltweit aus und vergiftet mit seiner Ideologie die Köpfe und Herzen vieler Menschen. Selbst in Europa kann einem inzwischen eine Karikatur oder eine harmlose Analyse in Lebensgefahr bringen und auch Juden sehen sich mehr und mehr Übergriffe ausgesetzt.

Wie konnte es soweit kommen?

1. Die westlichen Medien sind seit Jahren nicht in der Lage sich einer Ursachenforschung ohne politisch-korrekten Scheuklappen zu nähern.
2. Dazu kommt der bei uns so beliebte westliche Selbsthass, der gerne den Westen für alle Probleme der Welt verantwortlich macht.
3. Die massive finanzielle Unterstützung der Fanatiker durch die reichen Golfstaaten. Als Dank dafür vergeben wir auch noch die Fußballweltmeisterschaft an Katar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×