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13.01.2005

13:47 Uhr

Hilfsaktionen sollen unterstützt werden

Rebellen streben Waffenstillstand in Aceh an

Moslemische Rebellen in der indonesischen Katastrophenprovinz Aceh haben der Regierung in Jakarta Gespräche über einen Waffenstillstand angeboten. Damit sollten die internationalen Hilfsaktionen in der von den Fluten am 26. Dezember völlig verwüsteten Provinz unterstützt werden, heißt es in einer Erklärung, die am Donnerstag in Jakarta bekannt wurde.

HB JAKARTA/NEW YORK. Damit kommt in die verhärteten Fronten zwischen den Bürgerkriegsparteien in der indonesischen Provinz Aceh als Folge der Flutkatastrophe möglicherweise Bewegung.

In Aceh im Norden der Insel Sumatra waren bei der Flutkatastrophe mehr als 100 000 Menschen ums Leben gekommen. Bereits unmittelbar nach der Flutwelle hatte die islamische Organisation GAM eine einseitige Waffenruhe erklärt. Diese solle nun „bedingungslos und unbegrenzt bestätigt werden“, heißt es in einer Botschaft von Rebellenführer Malik Mahmud, der in Schweden im Exil lebt.

Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla begrüßte die Erklärung grundsätzlich. Wann und wo es zu Gesprächen kommt, war aber noch völlig offen. „Wichtig ist, dass wir gemeinsam den Frieden und den Wiederaufbau meistern“, sagte er. Zugleich forderte die Militärführung mehr Gerät und mehr Soldaten in Aceh, um den Flutopfern besser helfen zu können. In dem seit 1976 andauernden Konflikt sind bisher mindestens 12 000 Menschen ums Leben gekommen.

Die indonesische Regierung hatte am Mittwoch die Bewegungsfreiheit der internationalen Hilfsorganisationen mit Hinweis auf Sicherheitsprobleme eingeschränkt und für ausländische Militärs eine Frist von drei Monaten zum Abzug gesetzt. Der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda schränkte dies ein, betonte aber, die Sicherheit der Helfer müsse gewährleistet werden. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nation (WFP) erklärte, die neuen Regeln bedeuteten keine Behinderung der Arbeit. „Es gibt bei uns keine große Besorgnis“, sagte WFP-Sprecherin Bettina Lüscher in Bandah Aceh. Man arbeite mit Regierung und Militär gut zusammen.

Skeptischer äußerte sich der für die Koordination der UN-Nothilfe zuständige Direktor, Kevin Kennedy, am Mittwochabend in New York. „Alle Auflagen, die die internationalen Hilfsaktionen zusätzlich behindern oder verzögern, sollten sehr sorgfältig überprüft werden“, sagte er. Die UN würden lieber ohne militärische Eskorte arbeiten.

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