Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.09.2014

09:58 Uhr

Hilfsfonds gegen Sanktionen

Russland hilft Firmen mit Milliarden

Russische Firmen bekommen die Sanktionen des Westens zu spüren. Putin hält dagegen - mit einem milliardenschweren Hilfsfonds für Betroffene. Dafür zapft er Gelder an, die eigentlich für andere Zwecke gedacht waren.

Russlands Präsident Putin muss Firmen stützen: Der größte russische Ölproduzent Rosneft hat deswegen die Regierung in Moskau bereits um Hilfe gebeten. ap

Russlands Präsident Putin muss Firmen stützen: Der größte russische Ölproduzent Rosneft hat deswegen die Regierung in Moskau bereits um Hilfe gebeten.

MoskauRussland legt wegen der Sanktionen des Westens im kommenden Jahr einen milliardenschweren Hilfsfonds für Unternehmen auf. Dieser werde eine beträchtliche Größe haben, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Montag der russischen Nachrichtenagentur RIA. Ein genaues Volumen wurde zunächst nicht genannt.

In den Topf sollten Gelder fließen, die ursprünglich für die Rentenkasse bestimmt waren, wurde Siluanow zitiert. Damit würden dem Haushalt rund 300 Milliarden Rubel (6,3 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt. Die Summe solle aber nicht komplett in den neuen Hilfsfonds eingebracht werden. Aus dem Haushalt für dieses Jahr blieben aber 100 Milliarden Rubel übrig, die ebenfalls in den Fonds fließen sollen.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Die USA und die EU haben wegen der anhaltenden Ukraine-Krise weitere Wirtschaftssanktionen beschlossen. Diese richten sich vor allem gegen Russlands Energie-, Rüstungs- und Finanzsektor. Der größte russische Ölproduzent Rosneft hat deswegen die Regierung in Moskau bereits um Hilfe gebeten. Er bezifferte seinen Bedarf auf 1,5 Billionen Rubel (30,5 Milliarden Euro).

Von

rtr

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Walter Meier

15.09.2014, 10:26 Uhr

Das macht die BRD doch auch bzw. die EU. Milliarden sind an die Banken verschenkt worden. Datenmüll ohne Ende. Wann kommen konkrete und saubere Berichte und nicht so eine Wischiwaschi Denunzierung.

Herr Jürgen Dannenberg

15.09.2014, 10:28 Uhr

Aha, jetzt ist es auch in Russland der Rententopf der geplündert werden wird. Der EU sei Dank. Ohne weiter darauf einzugehen, ich kann mich noch sehr gut während meiner Zeit in Russland nach den Umbruch erinnern. Es waren die Rentner die auf einmal bettelarm gemacht wurden. Für mich nur schwer nachvollziehbar -Sie ließen sich dies auch noch gefallen. Kann sein das denen der Kommunismus dermaßen verhasst war, das sie zu diesem Opfer bereit waren. Aber heutzutage???

Herr Johann Brädt

15.09.2014, 12:17 Uhr

Ich wusste gar nicht, dass die Sachsen solche global Player sind. Aber wer sich mit Bolschewismus verbreitenden, Wirtschaftskrisen auslösenden und Brunnen vergiftenden Kindermördern wie den "Zionisten" zusammen tut, der kann bestimmt alles erreichen. (dieser Text kann Spuren von Sarkasmus enthalten)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×