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20.07.2015

13:59 Uhr

Hilfspaket für Griechenland

Sinn bewertet Griechen-Hilfe als „wirkungslos“

„Zum Fenster hinausgeschmissen“: Das neue Hilfspaket für Athen ist nach Meinung von Hans-Werner Sinn „ völlig wirkungslos“. Der Ifo-Präsident befürchtet eine neue Welle von Forderungen weiterer EU-Krisenstaaten.

Ifo-Präsident Sinn kritisch

Griechen „werden nie wieder wettbewerbsfähig!“

Ifo-Präsident Sinn kritisch: Griechen „werden nie wieder wettbewerbsfähig!“

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BerlinIfo-Präsident Hans-Werner Sinn hält ein drittes Hilfspaket für Griechenland für grundfalsch. „Das ist völlig wirkungslos“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Die 2000 Euro, die Deutschland jedem griechischen Bürger zahlt, sind zum Fenster hinausgeschmissen.“

Niemand, den man halbwegs ernst nehmen könne, würde noch behaupten, dass es keine finanziellen Belastungen für den Bundeshaushalt und die deutschen Steuerzahler geben wird, meinte Sinn. „Jeder weiß: Die Milliardenhilfen an Griechenland kommen nicht mehr zurück.“

Der Bundestag hatte am Freitag mit nahezu Zweidrittel-Mehrheit Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket gebilligt. Fast 160 Abgeordnete stimmten allerdings mit Nein oder enthielten sich.

Neue Hilfen würden den Lebensstandard der Griechen zwar erst einmal sichern, sagte der Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Krise werde aber nur aufgeschoben. „Der Lebensstandard der Griechen ist im Vergleich zur Produktivität ihres Landes total überzogen. Deswegen ist das Land zu teuer. Die neuen Hilfen perpetuieren diesen Zustand und verlangen anschließend ein viertes Hilfspaket.“

Sinn befürchtet, dass es noch andere Kandidaten für ein Rettungspaket geben könnte. „Es wird jetzt nicht bei Griechenland bleiben. Auch andere Länder werden an die Tür klopfen und einen Schuldenerlass fordern.“

Von

dpa

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