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18.03.2014

15:45 Uhr

Hilfspaket

Griechenland kann mit nächsten Geldern rechnen

Nach sechsmonatigen Verhandlungen kann Griechenland mit der nächsten Finanzhilfe seiner internationalen Geldgeber rechnen. Finanzminister Yannis Stournaras bestätigte die Einigung mit den Experten der Troika.

Touristen in Athen. In den vergangenen Wochen war in den Reihen der Eurogruppe die Ungeduld mit Griechenland gewachsen. dpa

Touristen in Athen. In den vergangenen Wochen war in den Reihen der Eurogruppe die Ungeduld mit Griechenland gewachsen.

AthenNach sechsmonatigen Verhandlungen kann Griechenland mit der nächsten Finanzhilfe seiner internationalen Geldgeber rechnen. Das Land habe sich mit der sogenannten Troika aus Vertretern der EU-Kommission, der EZB und des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf eine Grundsatzeinigung verständigt, sagte Finanzminister Yannis Stournaras am Dienstag.

„Das war die härteste Überprüfung, die wir bislang hatten.“ Die EU-Kommission erklärte, dass man sich in allen wichtigen Bereichen des griechischen Reformprogramms verständigt habe. Der Vereinbarung müssen noch die Finanzminister der Euro-Zone zustimmen.

Die griechische Regierung kann somit auf die Auszahlung von Geldern in Höhe von mindestens 8,5 Milliarden Euro hoffen, wie EU-Diplomaten sagten. Die endgültige Entscheidung über die Auszahlung des Geldes muss von den Euro-Finanzministern getroffen werden. Ursprünglich hatte die Rate aus dem zweiten Hilfsprogramm für das finanziell angeschlagene Griechenland schon im vergangenen Jahr freigegeben werden sollen.

Wenn Massenproteste außer Kontrolle geraten

Türkei

Die gewaltsame Räumung eines Protestcamps in Istanbul, mit dem die Zerstörung eines Parks am Taksim-Platz verhindert werden sollte, löst im Mai 2013 eine landesweite Protestwelle aus. Mittlerweile richten sich die andauernden Proteste vor allem gegen den autoritären Regierungsstil des islamisch-konservativen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Mehrere Menschen kamen bisher ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

Bulgarien

Nach Massenprotesten und schweren Ausschreitungen in der Hauptstadt Sofia tritt die bulgarische Regierung im Februar 2013 zurück. Die Proteste richteten sich zunächst gegen hohe Strompreise, wandten sich dann aber immer stärker gegen Ministerpräsident Boiko Borissow. Hintergrund war die Unzufriedenheit über geringe Einkommen, hohe Arbeitslosigkeit und Korruption.

Griechenland

Bei Massendemonstrationen von Hunderttausender gegen das massive Sparprogramm der Regierung sterben in der griechischen Hauptstadt Athen im Mai 2010 drei Menschen. Vermummte Randalierer hatten mit Molotowcocktails eine Bank in Brand gesetzt.

Serbien

Rund 200.000 Menschen demonstrieren im Februar 2008 gegen die Unabhängigkeit des Kosovos in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Mehrere tausend Randalierer demolieren Botschaften, plündern Geschäfte, zünden Autos und Busse an. Mindestens ein Mensch kommt ums Leben, mehr als 150 Menschen werden verletzt.

Frankreich

Der Tod zweier Jugendlicher, die auf der Flucht vor der Polizei nahe Paris tödlich verunglückten, löst im Herbst 2005 eine Welle der Gewalt in französischen Einwanderervorstädten aus. Sporthallen, Geschäfte und tausende Autos gehen in Flammen auf. Tausende Randalierer werden festgenommen. Nach drei Wochen erklärt die Polizei die Unruhen offiziell für beendet.

Italien

Das Gipfeltreffen der führenden Industrieländer in Genua wird im Juli 2001 von der schwersten Welle der Gewalt in seiner Geschichte überschattet. Ein 23-jähriger Italiener stirbt bei den Straßenschlachten durch eine Polizeikugel. Globalisierungsgegner demolieren Büros, Geschäfte und Bankautomaten. Hunderte Menschen werden verletzt. Kritiker werfen der Polizei übertriebene Härte vor.

Da die Regierung in Athen die in dem Hilfsprogramm festgelegten Reform- und Sparauflagen nicht zur Zufriedenheit der Troika erfüllte, reisten die Experten zwischendurch ab und unterbrachen die Gespräche. In den vergangenen Wochen war in den Reihen der Eurogruppe die Ungeduld mit Griechenland hörbar gewachsen.

Griechenland wird seit 2010 mit zwei Hilfspaketen über insgesamt 240 Milliarden Euro von seinen Euro-Partner und dem Internationalen Währungsfonds gestützt. Dabei kam es immer wieder zu Streitigkeiten über den Spar- und Reformkurs, den die Regierung in Athen im Gegenzug für die Hilfen zusagte.

Kommentare (7)

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18.03.2014, 13:38 Uhr

Wir regen uns über die Krim und Russland auf und gleichzeitig wird das eigene Volk (Deutschland) mal wieder bei der EURO-Schulden-Banken-Land Rettung zur Kasse gebeten und weiter über den Tisch gezogen. Deutschland verschuldet sich immer mehr mit dieser irrsinnigen EURO-Währungs-Länder-Banken Rettung!
Russland braucht eigentlich nur noch abwarten bis die EU das Europa der Völker komplett gegen die Wand gefahren hat. Danach sind die EU-Staaten für einen Apfel und ein Ei zu haben.

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18.03.2014, 13:46 Uhr

Ein Fass ohne Boden und ein Schrecken der niemals endet!

Wer ist schuld? UNSERE Politiker, die sich auf Kosten unseres in Jahrzehnten ausgebauten sozialen Wohlstands politisch für die Geschichtsbücher profilieren wollen. Es dürfte klar sein wie die Politiker in die Geschichtsbücher eingehen! Ganz sicher nicht so wie es sich unsere Politiker vorgestellt haben! Leider ist es nun zu spät für eine Umkehr! Der Tanker fährt auf den Wasserfall zu - Umkehr unmöglich!
Schade... wir hatten eine Alternative....

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18.03.2014, 14:35 Uhr

Schäuble hat das 3. "Hilfspaket" schon lange geschnürt, Merkel hat ihn erst einmal bis Mai gestoppt. Nach den Europawahlen gehts dann munter weiter. Jetzt mit dem Urteil des BVGs gibts eh keine Bremse mehr. Schäubles Gouverneur "Job" beim ESM darf man fast nicht erwähnen.

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