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31.08.2016

09:23 Uhr

Hinrichtung in Nordkorea

„Schlechte Sitzhaltung“ kostet Vize-Regierungschef das Leben

Terrorregime in Nordkorea: Machthaber Kim hat einem Bericht zufolge seinen Vize-Regierungschef hinrichten lassen – wegen Respektlosigkeit. Die Strafen für andere Funktionäre fallen milder aus.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (r) hat seinen Vize-Regierungschef Kim Yong Jin (M) laut einem Medienbericht hinrichten lassen. AP

Erschießungskommando für Vize-Regierungschef

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (r) hat seinen Vize-Regierungschef Kim Yong Jin (M) laut einem Medienbericht hinrichten lassen.

SeoulNordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Angaben der südkoreanischen Regierung einen seiner Vize-Regierungschefs wegen Respektlosigkeit hinrichten lassen. Wie der Sprecher des Wiedervereinigungsministeriums in Seoul am Mittwoch sagte, wurde der für Bildung zuständige Politiker Kim Yong Jin bereits im Juli als „antirevolutionärer Agitator“ vor ein Erschießungskommando gestellt. Kim sei wegen seiner „schlechten Sitzposition“ im nordkoreanischen Parlaments aufgefallen, er habe nicht gerade gesessen. Bei einem Verhör seien dann noch weitere Vergehen aufgedeckt worden.

Die südkoreanische Zeitung „JoongAng Ilbo“ hatte bereits am Dienstag über die angebliche Hinrichtung ranghoher Regierungsvertreter in Nordkorea berichtet. Allerdings nannte sie einen Bildungspolitiker mit einem anderen Namen. Dieser habe Kims Zorn auf sich gezogen, weil er bei einer Sitzung eingeschlafen sei.

Nach Angaben des Ministeriums mussten sich zwei weitere Funktionäre einer Umerziehung unterziehen, darunter Kim Yong Chol, der für innerkoreanische Beziehungen und Spionageaktivitäten gegen den Süden zuständig sei. Wie der Ministeriumssprecher sagte, wurde er im Juli wegen „Arroganz“ und „Machtmissbrauchs“ auf einen landwirtschaftlichen Betrieb verbannt, konnte danach aber wieder auf seinen Posten zurückkehren.

Kim soll bereits mehrfach politische Weggefährten gewaltsam aus dem Weg geräumt haben. Im April 2015 hatte die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Geheimdienst gemeldet, Verteidigungsminister Hyon Yong Chol sei wegen Kritik an Kim abgesetzt und exekutiert worden. Diese Information wurde später aber wieder in Zweifel gezogen. Im Dezember 2013 ließ Kim seinen einflussreichen Onkel Jang Song Thaek hinrichten, dem Verrat und Korruption vorgeworfen wurde.

Offiziell bestätigte Pjöngjang die Berichte nie. Nordkorea gehört zu den am stärksten abgeschotteten Ländern der Welt, es herrscht Zensur, und die Opposition wird unterdrückt.

Von

afp

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