Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2014

07:16 Uhr

Hintergründe unklar

Tote nach Explosion in chinesischer Unruheregion

In der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas hat es eine Explosion mit Toten und Verletzten gegeben. Die genauen Hintergründe der Explosion waren unklar. Die Region wurde zuletzt von Unruhen und Anschlägen erschüttert.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in China: Nach mehreren Anschlägen im Land kontrolliert Sicherheitspersonal Autos an einer Schnellstraße nach Peking. AFP

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in China: Nach mehreren Anschlägen im Land kontrolliert Sicherheitspersonal Autos an einer Schnellstraße nach Peking.

PekingBei einem Anschlag in Ürümqi, der Hauptstadt der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjiang, sind nach Regierungsangaben 31 Menschen getötet und 94 verletzt worden. Zwei Geländewagen seien in die Menschen auf einem morgendlichen Markt nahe des Volksparkes gefahren, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auch seien Sprengsätze aus den Wagen geworfen worden. Eines der Fahrzeuge sei auf dem Markt explodiert. Augenzeuge hörten mehrere Explosionen.

Auf Bildern Internet, die von dem Zwischenfall stammen sollen, waren Verletzte zu sehen, die zum Teil blutend auf dem Boden lagen. Ihre Gemüsestände waren offenbar von der Wucht der Explosion umgeworfen worden, während im Hintergrund ein Feuer zu sehen war. Auf dem chinesischen Kurzbotschaftendienst Weibo verbreitete Fotos zeigten Flammen und eine Rauchwolke über Marktständen hinter einer Polizeiabsperrung. Die genauen Hintergründe der Explosion waren unklar.

Erst im April Anschlag in Ürümqi

Die nordwestliche Provinz Xinjiang ist Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren. Diese sehen sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen zunehmend an den Rand gedrängt. In der Region gibt es immer wieder gewaltsame Zwischenfälle und Anschläge.

Im April wurden bei einer Explosion auf einem Bahnhof in Ürümqi zwei Attentäter und ein Zivilist getötet sowie 79 weitere Menschen verletzt. Im März waren bei einem Angriff im Bahnhof von Kunming im Südwesten Chinas mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 130 weitere verletzt worden, als mit Messern bewaffnete Männer in die Halle gestürmt waren und Passanten niedergestochen hatten. Die chinesische Regierung machte Aufständische aus Xinjiang verantwortlich.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.05.2014, 08:27 Uhr

Sehen wir mal wie lange es dauert bis die Kommentatoren eine Weg finden das den Amis in die Schuhe zu schieben.
Was aber interessant ist, ist was die Chinesen gegen das Terrorproblem zu tun gedenken?

Account gelöscht!

22.05.2014, 09:24 Uhr

@ Colorado
Kaum anzunehmen, dass da etwas nennenswert interessantes passieren wird:
Die Polizei- und Militärpräsenz in den Straßen wird eventuell temporär oder dauerhaft erhöht, die Personen, die dort ohnehin stören (Oppositionelle, Separatisten und sonstige "Terrorverdächtige") werden während der Untersuchungen festgenommen und so vorübergehend oder dauerhaft aus dem Verkehr gezogen und die strenge Überwachung/Zensur von Internet und Medien wird fortgeführt.
Erwarten Sie tatsächlich irgend etwas, was von diesem alten Schema nennenswert abweichen könnte?
Da die Uiguren meines Wissens ein der islamischen Religion anhängendes wahrscheinlich Turkvolk sind, ist es unwahrscheinlich, dass deren Führern -ähnlich wie bei den Tibetern- in Washington auf höchster Ebene Gehör geschenkt werden könnte. Insoweit kann ich Sie beruhigen, dass vermutlich nicht einmal die Chinesen die USA in diesem speziellen Fall auf dem Kieker haben dürften.

Account gelöscht!

22.05.2014, 09:35 Uhr

Ja... war eine rhetorische Frage, aber danke, dass Sie sich einbringen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×