Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.11.2013

19:02 Uhr

Hintergrund

Was ist Polonium?

Der radioaktive Stoff Polonium 210 ist zunächst ungefährlich. Nur wenn die Substanz geschluckt oder auf eine andere Weise in den Körper aufgenommen wird, entfaltet bereits eine winzige Menge seine tödliche Wirkung.

Ein Fläschchen mit einer Polonium 210-Chlorid Lösung. dpa

Ein Fläschchen mit einer Polonium 210-Chlorid Lösung.

Was ist Polonium 210?

Bei dem brisanten Material handelt sich um ein Isotop des Metalls Polonium. Beim Zerfall setzt Po-210 so genannte Alpha-Strahlung frei. Die Reichweite der Strahlung ist kurz. Po-210 kommt in der Natur vor, kann aber in High-Tech-Laboren auch künstlich durch Neutronenbeschuss des Elements Wismut erzeugt werden. Entdeckt wurde Polonium 1898 von der aus Polen stammenden Physikerin Marie Curie.

Wie wirkt Polonium 210 auf den Menschen?

In winzigen Mengen, wie sie in der Natur vorkommen, ist die Substanz für Menschen ungefährlich, sagen Fachleute. Gefährlich wird sie erst, wenn sie geschluckt, inhaliert oder über Wunden aufgenommen wird. Die Alphastrahlung kann dann Körperzellen angreifen und zerstören. Nach Angaben britischer Chemiker ist bereits eine staubkorngroße Menge tödlich. Eine schleichende Gefahr ist Po-210 als Bestandteil des Zigarettenrauchs.

Wozu braucht man Polonium 210?

Vor allem in der Forschung spielt Po-210 als Lieferant von Alphastrahlung eine Rolle. Wirtschaftlich ist es kaum mehr von Bedeutung. Früher nutzten Tuchfabriken die Substanz, um statische Aufladungen zu beseitigen. Auch in Zündern früherer Atombomben war Polonium als Starthilfe für die Kettenreaktion enthalten. Antistatisch wirkende Geräte, die geringe Mengen Polonium enthalten, sind bis heute im US-Einzelhandel erhältlich. In der Raumfahrt wird die Substanz als Wärmequelle für thermoelektrische Zellen von Satelliten genutzt.

Wie läuft der Handel mit Polonium 210?

Vor allem Russland handelt mit dort produziertem Polonium. Nach Angaben der russischen Atombehörde liefert das Land monatlich acht Gramm in die USA. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) überwacht solche Geschäfte weltweit. Unter den entdeckten Fällen von illegalem Handel mit strahlendem Material war, soweit bekannt, noch keiner mit Polonium. Im Internet bietet eine Firma aus dem US-Staat New Mexico kleine Proben an, die nach Aussagen des Händlers aber zu klein sind, um einen Menschen zu vergiften.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×