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22.01.2015

14:53 Uhr

Historisch niedriger Ölpreis

Venezuelas Präsident will Benzinpreis erhöhen

Der Schuldige ist mit den USA und ihrer Frackingaktivität schnell gefunden. Doch die finanziellen Probleme löst Venezuelas Präsident mit Verweis auf den Grund des Ölpreisverfalls nicht. Nun erwägt er drastische Mittel.

Er gibt sich gern volksnah und kontert die USA: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Doch sein Land steht vor riesigen wirtschaftlichen Problemen. dpa

Er gibt sich gern volksnah und kontert die USA: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Doch sein Land steht vor riesigen wirtschaftlichen Problemen.

CaracasVenezuelas Präsident Nicolás Maduro hat angesichts der stark gefallenen Ölpreise eingeräumt, dass sein Land ernsten wirtschaftlichen Probleme gegenübersteht. In eine Rede im Parlament brachte der linksgerichtete Staatschef am Mittwochabend (Ortszeit) daher unter anderem eine Erhöhung der Benzinpreise ins Spiel.

„Der Preis deckt nicht einmal ein Minimum der Kosten. Das alles ist eine Verzerrung“, sagte Maduro. Der Treibstoff in dem ölreichen Land gilt als der billigste der Welt, Autofahrer können für weniger als einen Dollar (rund 86 Euro-Cent) den Tank füllen. Benzin wird seit vielen Jahren subventioniert, der Staat gibt dafür jährlich mehr als zehn Milliarden Dollar (rund 8,6 Milliarden Euro) aus.

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„Es darf keine übereilten Entscheidungen geben, die der Stabilität des Landes schaden könnten“, mahnte Maduro jedoch. Die Benzinpreise sind in Venezuela ein Tabuthema. 1989 hatte eine Erhöhung zu schweren sozialen Unruhen geführt. Seitdem wird der Preis über Subventionen niedrig gehalten. Maduro verwies darauf, dass die Zeiten, in denen ein Barrel Öl (159 Liter) um die 100 Dollar kostete, vorerst nicht zurückkehren würden. Derzeit kostet venezolanisches Öl weniger als 40 Dollar je Barrel. Das Land erzielt mehr als 90 Prozent seiner Deviseneinnahmen aus den Ölexporten.

Den Verfall der Preise schrieb Maduro erneut einer geopolitischen Strategie der USA zu. Die Vereinigten Staaten hätten den Markt mit Öl aus der Fracking-Produktion überschwemmt. Diese Methode sei „schädlich und zerstörerisch“.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Frau Ich Kritisch

22.01.2015, 18:13 Uhr

86 Cent der Liter Benzin - da muss doch nix subventioniert werden ...

Wenn man bei uns den Steueranteil abziehen würde käme man ca. auf den gleichen Preis - wenn nicht sogar noch weniger ...

Herr mathias müller

22.01.2015, 18:41 Uhr

Frau Buschmann,
Sie haben da etwas überlesen - 1$ = Tankfüllung ca.50L

Ich habe zwar von dort lebenden Personen keine klaren
Gründe für die Krise erfahren können, aber dss die USA
dort mitmischen ist nicht abwegig.
Wie in all diesen Ländern.

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