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28.09.2013

01:28 Uhr

Historisches Gespräch

Obama telefoniert mit Irans Ruhani

Erstmals seit über dreißig Jahren waren die Staatschefs der USA und des Iran im direkten Kontakt – ein weiteres Zeichen für eine baldige Beilegung des Atomstreits. Noch gebe es aber „bedeutende Differenzen“.

„Ich glaube, dass wir eine umfassende Lösung finden können“, sagte Obama an einer Pressekonferenz nach dem historischen Gespräch. Reuters

„Ich glaube, dass wir eine umfassende Lösung finden können“, sagte Obama an einer Pressekonferenz nach dem historischen Gespräch.

WashingtonErstmals seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 haben die Staatschefs der USA und des Iran direkt miteinander gesprochen: US-Präsident Barack Obama erklärte am Freitag, dass er mit seinem iranischen Kollegen Hassan Ruhani telefoniert habe. Bei dem Gespräch sei es um die „andauernden Bemühungen“ gegangen, den Streit um das Atomprogramm des Iran beizulegen.

Nach seiner Wahl im Juni hatte der als gemäßigt geltende Ruhani versöhnliche Töne an den Westen gerichtet. Auch Obama hatte sich offen für einen neuen diplomatischen Anlauf der beiden Länder gezeigt.

Die USA und der Iran unterhalten seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen. Damals hatten radikale Studenten nach der Islamischen Revolution die US-Botschaft in Teheran 444 Tage lang besetzt und mehr als 52 US-Bürger als Geiseln genommen.

„Ich habe gerade mit Präsident Ruhani am Telefon gesprochen“, sagte Obama im Weißen Haus. Noch gebe es „bedeutende Hindernisse“ für die Verhandlungen im Atomstreit. „Ein Erfolg ist keineswegs garantiert“, sagte der Präsident. „Aber ich glaube, dass wir eine umfassende Lösung finden können.“

Der Iran bestätigte das Telefonat von Obama und Ruhani. „Beide bestanden auf dem politischen Willen für eine schnelle Lösung der Atomfrage“, hieß es in einer auf der Webseite der iranischen Präsidentschaft veröffentlichten Erklärung. Außerdem hätten sich die beiden Staatschefs dafür ausgesprochen, den Weg für eine Kooperation bei regionalen Fragen zu ebnen.

Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, die Initiative für das Gespräch sei von iranischer Seite ausgegangen. Ruhani habe vor seinem Abflug aus New York am Freitag um ein Telefongespräch mit Obama gebeten, hieß es. Das Telefonat dauerte den Angaben nach 15 Minuten. Iranischen Angaben zufolge befand sich Ruhani gerade mit seiner Staatskarosse auf dem Weg zum Flughafen.

Am Rande der UN-Generaldebatte in New York hatte die Annäherung zwischen den USA und dem Iran in dieser Woche deutlich an Fahrt gewonnen. „Ich glaube fest, dass der diplomatische Weg ausprobiert werden muss“, sagte Obama am Dienstag in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Die schwierigen Beziehungen könnten allerdings „nicht über Nacht“ überwunden werden. Ruhani versicherte bei der Generaldebatte, dass der Iran nicht nach Atomwaffen strebe. Von seinem Land gehe „absolut keine Gefahr für die Welt“ aus.

Ein für möglich gehaltenes Treffen zwischen Obama und Ruhani kam aber nicht zustande. Aus US-Kreisen hieß es, dass Washington „informelle Diskussionen“ angeboten habe. Für die iranische Seite sei dies „zu diesem Zeitpunkt“ aber noch „zu kompliziert“ gewesen. Ruhani sagte dem TV-Sender CNN, dass er „im Prinzip“ zu einem Treffen bereit gewesen wäre. Für die Vorbereitung habe es aber nicht genügend Zeit gegeben.

Dafür kamen US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstag am Rande von internationalen Atomgesprächen in New York zu einem Zweiergespräch zusammen. Das halbstündige Treffen unter vier Augen war eine der hochrangigsten Begegnungen von Vertretern beider Länder seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland vereinbarten mit Sarif, am 15. und 16. Oktober in Genf die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm fortzusetzen. Ruhani sagte am Freitag zum Abschluss seiner Reise zur UN-Generaldebatte, dass er bei dem Treffen einen Plan für eine Beilegung des Atomstreits vorlegen wolle. „Iran wird diesen Plan vorbereiten und in Genf vorstellen“, sagte er.

Von

afp

Kommentare (3)

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Observer

28.09.2013, 01:21 Uhr

Was steckt dahinter muss man allen Ernstes fragen (duerfen)? Nein, es sollen nicht ALLE Aktivitaeten des aufeinander Zugenhens von vorne herein als taktische Spiele eingestuft werden, aber extrem merkwuerdig sind solche Versuche denn schon, vor allem seitens der Neo Imperialisten!

Manfred

28.09.2013, 09:58 Uhr

Sie sind ein scheusslicher Hetzer! Können keine Ruhe geben, ein Blödmann.. Wäre Obama so schlecht wie Sie in titulieren, hätte dieser kein Telefonat geführt sondern öffentlich seine Vorstellung bekannt gemacht.

mmnews_de

28.09.2013, 13:52 Uhr

Was hat der Kriegsnobelpreisträger Obama Irans Ruhani wohl gesagt?

Das der Iran seine Rohstoffe wie der Rest der "freien" Welt nur gegen grüne Papierschnippsel ( Dollar ) tauschen darf?

Falls nicht, schicken die Amerikaner ihre Flugzeugträger um Iran wie Irak und Libyen zu "befreien"?

Saddam wollte sein Öl nicht weiter gegen Dollar tauschen, Gaddafi auch nicht, etc.

Jeder Staat der sich weigert seine Rohstoffe gegen Dollar zu tauschen, wird von den USA und ihren gleichgeschalteten Massenmedien zum Schurkenstaat erklärt

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