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27.06.2011

06:01 Uhr

Hochgeschwindigkeitsstrecke

Chinas Vorzeigezug startet nach Shanghai

Kein anderes Land leistet sich einen so ehrgeizigen Ausbau seines Bahnnetzes wie China. Jetzt hat es die längste Hochgeschwindigkeitsstrecke der Welt. Doch Experten warnen vor Sicherheitsrisiken und Qualitätsmängeln.

Die Chinesen haben nun die längste Hochgeschwindigkeitsstrecke der Welt. Quelle: action press

Die Chinesen haben nun die längste Hochgeschwindigkeitsstrecke der Welt.

PekingDie Durchsage löst erstaunte Rufe aus, einige der Fahrgäste klatschen. „Nächster Stopp Nanjing!“, das bedeutet: Dieser Zug hält erst in 900 Kilometern Luftlinie wieder. Am Montagmorgen hat China die längste Bahnstrecke der Welt eingeweiht. Die aufstrebende Wirtschaftmacht zeigt der Welt damit einmal mehr, dass sie größere Projekte stemmen kann als alle anderen Länder – und sie stellt ihre Rekorde stolz zur Schau.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking-Shanghai ist Chinas drittgrößtes Projekt nach den olympischen Spielen in Peking und der Expo in Shanghai. Rund zwei Milliarden Euro hat der Schienenstrang gekostet, der die Fahrtzeit zwischen den zwei Wirtschaftszentren von neun Stunden auf vier Stunden 48 Minuten verkürzt. „Wir können stolz sagen, dass es sich hier um ein neues Leuchtturmprojekt handelt“, sagte Eisenbahnminister Hu Yadong.

Der neue Zug steht in direkter Konkurrenz zum Flugzeug, das bisher die meisten Reisenden zwischen den Metropolen hin- und hertransportiert.  Die Gesamtstrecke ist 1318 Kilometer lang. Die ersten Züge fahren am Freitag im normalen Fahrplan mit regulären Passagieren.

Die Strecke ist auf Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern in der Stunde ausgerichtet. Aus Gründen der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit fahren die Züge zunächst jedoch nur zwischen 250 und 300 Kilometer in der Stunde. Auf der Jungfernfahrt, die um neun Uhr Ortzeit gestartet ist (drei Uhr nachts deutscher Zeit), erreichte der Zug kurz nach dem Start aus Peking 300 Stundenkilometer.

Zumindest der Zug der Erstfahrt am Dienstag ähnelt verdächtig einem ICE, obwohl es sich nach chinesischen Beteuerungen komplett um selbst entwickelte Technik handelt. Die Türen beispielsweise sehen aus wie in Deutschland. Auch die Frontpartie mit dem Führerhaus direkt vor den vorderten Sitzen gleicht dem neuen ICE. Doch die Ähnlichkeit liegt auch daran, dass deutsche Unternehmen zahlreiche Komponenten zuliefern.

Kommentare (3)

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Sun

27.06.2011, 07:09 Uhr

Hu Yadong ist nicht der Eisenbahnminister!

Account gelöscht!

27.06.2011, 07:58 Uhr

Warten wir einfach ab, wie sicher oder unsicher der neue Zug bzw. die Strecke ist. Etwas anderes bleibt Laien eh nicht übrig.

Wieso sind Ähnlichkeiten 'verdächtig' ? Dahinter steht ja wohl der unausgesprochene Verdacht, China habe von Deutschland abgekupfert. Auch das ist für Laien kaum zu beurteilen. Auf derartige Spekulationen sollte das HB verzichten.

Account gelöscht!

27.06.2011, 10:50 Uhr

Mit dieser Nachäfferei zeigt China wieder die Unfähigkeit, Zukunft aus eigener Fahrzeugentwicklung selbst gestalten zu können. Hier wurde im wahrsten Sinne des Wortes Geld vergraben.

http://www.bps-niedenstein.de/content/view/192/2/

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