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05.05.2011

17:07 Uhr

Höhere Kosten

Nabucco-Pipeline könnte doppelt so teuer werden

Eigentlich sollte die Nabucco-Pipeline 7,9 Milliarden Euro kosten. In einem vertraulichen Papier ist nun von zwölf bis 15 Milliarden Dollar die Rede. Damit würden sich die Kosten für die Gasleitung fast verdoppeln.

Die Nabucco-Pipeline soll Europa unabhängig machen vom russischen Gas. Doch nun sollen sich die Kosten für die Gasleitung angeblich verdoppeln. Quelle: dpa

Die Nabucco-Pipeline soll Europa unabhängig machen vom russischen Gas. Doch nun sollen sich die Kosten für die Gasleitung angeblich verdoppeln.

Ankara/WienDie Gas-Pipeline Nabucco dürfte Kreisen zufolge fast doppelt so viel kosten wie geplant. Das Projekt werde die Konzerne, darunter die österreichische OMV und den deutschen Energiekonzern RWE, nun zwölf bis 15 Milliarden Euro kosten, sagte eine mit den Plänen vertraute Person aus der Türkei. „Den Partnern wurde ein Papier vorgelegt, das einen Anstieg von fast 100 Prozent im Vergleich zu den ursprünglichen Berechnungen vorsieht“, sagte die Person. Eigentlich sollte die Pipeline, die ab 2015 Gas aus Zentralasien über die Türkei und den Balkan nach Österreich bringen soll, 7,9 Milliarden Euro kosten.

Ein Sprecher des Nabucco-Konsortiums sagte, diese Zahl stamme aus dem Jahr 2005 und werde derzeit überprüft. Das Firmenkonsortium werde das Ergebnis dieser Evaluierung veröffentlichen, wenn entsprechende Fakten vorlägen. „In der Zwischenzeit sind alle anderen Zahlen Spekulation.“ An dem Projekt sind neben OMV und RWE die ungarische MOL, die rumänische Transgaz, die bulgarische BEH und die türkische Botas beteiligt. Grund für die deutlich höheren Kosten sind den Kreisen zufolge unter anderem die Pipeline-Verbindungen zwischen der Türkei und den Quellländern, aus denen das Gas kommen soll. Diese seien bislang nicht in die Berechnungen mit eingeflossen. Einigen der Projektpartner stößt die Kostenexplosion den Kreisen zufolge sauer auf. Sie würden auf eine nochmalige Überprüfung dringen.

Mit dem Vorhaben will Europa seine Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen verringern. Die endgültige Entscheidung über den Bau der Pipeline könnte sich nach Angaben von einer weiteren mit der Situation vertrauten Person um ein Jahr auf 2012 verzögern. Grund dafür seien Probleme bei der Gaslieferung.

Von

rtr

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