Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.10.2011

09:58 Uhr

Höheres Defizit

Griechenland verfehlt Sparziele

Nun ist es raus: Griechenland wird die vereinbarte Schuldengrenze nicht einhalten. Die Verhandlungen über neue Kredite an das Land laufen noch. Doch die Rufe nach einem Schuldenschnitt werden immer lauter.

Das griechische Staatsdefizit 2011 fällt höher aus als erwartet. dpa

Das griechische Staatsdefizit 2011 fällt höher aus als erwartet.

Athen/LuxemburgSchuldensünder Griechenland wird das für dieses Jahr gesteckte Sparziel verfehlen. Das Defizit könne nicht wie mit der EU, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) verabredet auf 7,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gedrückt werden, gab das griechische Finanzministerium am Sonntagabend bekannt. Stattdessen würden 8,5 Prozent erwartet. Ursache sei der Konjunktureinbruch. 2011 werde die griechische Wirtschaft um 5,5 Prozent schrumpfen, heißt es in der Erklärung des Ministeriums, die der Nachrichtenagentur dpa vorlag. Für nächstes Jahr wird ein Defizit von 6,8 Prozent des BIP erwartet.

Der griechische Ministerrat verabschiedete am Sonntagabend den Haushalt für 2012, der erstmals ohne Neuverschuldung auskommen soll. Das Budget sieht Einsparungen von insgesamt 6,6 Milliarden Euro vor. Dies sei mit der sogenannten „Troika“ - Experten von EU, EZB und IWF, die Grünes Licht für die Auszahlung einer weiteren Kredittranchen an Athen geben müssen - vereinbart worden.

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern sind nach Auskunft mit der Situation vertrauter Kreise noch nicht abgeschlossen. „Die Gespräche sind nicht vorbei“, sagte ein Insider am Montag zu Reuters. Die Troika prüfe weiterhin die vorgelegten Haushaltszahlen und weitere Reformen, die für die Auszahlung der nächsten Tranche von Hilfszahlungen notwendig sind. Zuvor hatte der stellvertretende griechische Finanzminister Pantelis Oikonomou gesagt, Griechenland und die Inspektoren hätten ihre Verhandlungen weitgehend abgeschlossen und die Troika werde mit ihrem Bericht nach zwei weiteren Besuchen des Rechnungshofs am Mittwoch beginnen.

Um die Ausgaben zu drücken, will Athen zudem erstmals seit mehr als 100 Jahren Staatsbedienstete entlassen. Auch darüber beriet der Ministerrat unter Vorsitz von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Offizielle Erklärungen dazu gab es zunächst aber nicht.

Konkret geht es um bis zu 30.000 Stellen. Wie griechische Medien übereinstimmend berichteten, sollen bis Jahresende etwa 20.000 Staatsbedienstete, die ein bis zwei Jahre vor der Pensionierung stehen, in Frührente gehen. Weitere 1000 Stellen sollen im Zuge von Behördenschließungen ganz wegfallen. Weitere 6000 bis 7000 auf Zeit beim Staat Beschäftigte sollen ebenfalls gehen. Auch 3000 Angestellte bei Betrieben, die vom Staat abhängig sind, sollen entlassen werden, hieß es.

Kommentare (42)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

pendler

02.10.2011, 22:06 Uhr

Dabei weiß jeder, das Griechenland nur Testballanon der Illuminaten ist.

Denn im Zusammenhang mit Griechenland höre ich immer öfter:

- Entmündigung
- Präsident der EU
- EU-Finanzministerium.

Was in Griechenland bald passiert, ist evtl. bald auch unsere Zukunft. Einfach mal sehen,w as man dem Volk an Einschnitten zumuten kann.

Die Griechen als Bürger sind daran schuldlos, es waren die Politiker

Account gelöscht!

02.10.2011, 22:27 Uhr


es geht um tiefverwurzelte mafioese Strukturen...
Kapiert dies endlich oder zahlt weiter.

Beobachter

02.10.2011, 22:31 Uhr

@pendler
Schuld oder schuldlos: sie alle hatten ein Stueckchen vom Kuchen. Nun kommt die Rechnung. Es ist so einfach.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×