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12.07.2012

11:33 Uhr

Hohe Steuereinnahmen

Italien sagt Anleihen-Auktion ab

VonKatharina Kort

Gute Nachrichten aus Rom: Hohe Steuereinnahmen führen dazu, dass das Land weniger Staatsanleihen braucht und die Zinsen sinken. Dennoch schließt Premier Monti nicht aus, in Zukunft Hilfe des Rettungsschirm zu benötigen.

Der Bahnhof in Mailand. AFP

Der Bahnhof in Mailand.

MailandItaliens Regierung von Mario Monti wird den Urlaubsmonat August etwas gelassener angehen können: Dank der hohen Steuereinnahmen hat Italien die für den 14. August geplante Auktion von mittel- bis langfristigen Staatsanleihen abgesagt. Für Italien, das seit Monaten Rekordzinsen zahlen muss, um sich an den Märkten zu refinanzieren, sind das gute Nachrichten.

Am Donnerstag konnte Italien einjährige Geldmarktpapiere im Volumen von 7,5 Milliarden Euro bereits zu einem geringeren Zins platzieren. Die Rendite lag bei 2,697 Prozent nach 3,97 Prozent vor einem Monat. Die Nachfrage war robust.

Das Wirtschaftsministerium begründete den Verzicht auf die August-Auktion mit den höheren Steuereinnahmen. Vor allem die wieder eingeführte Immobiliensteuer Imu füllt derzeit die Staatskassen. Wie die Regierung vergangene Woche mitteilte, hat die erste Rate im Juni bereits 9,5 Milliarden Euro gebracht. Für das Gesamtjahr rechnet die Regierung mit etwas mehr als 20 Milliarden Euro aus der neuen Steuer.

Auch insgesamt sind die Steuereinnahmen trotz der schwachen Konjunktur besser als im vergangenen Jahr: In den ersten fünf Monaten hat der italienische Fiskus knapp 150 Milliarden Euro eingenommen, 2,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2011.

Greift Italien doch zum Rettungsschirm?

Video: Greift Italien doch zum Rettungsschirm?

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Trotz seiner Reformen und der gestiegenen Steuereinnahmen hat Italiens Premier Mario Monti mit hohen Spreads zu kämpfen - also mit Risikoaufschlägen auf italienische Staatsanleihen gegenüber deutschen. In Brüssel hatte Monti in diesen Tagen nicht ausgeschlossen, dass Italien in Zukunft den Risikoschirm benötigen könnte. "Es wäre gewagt, zu sagen, dass Italien nie diesen oder jenen Fonds brauchen wird", sagte er, stellte aber klar, dass er derzeit keine Notwendigkeit sehe.

Monti macht sich auch auf europäischer Ebene für eine Art Spread-Schutz stark, der allzu hohe Spreads vermeiden soll: Der Rettungsschirm soll Staatsanleihen solcher Länder direkt am Markt kaufen können, die den Haushaltsvorgaben entsprechen, aber trotzdem unter hohen Risikoaufschlägen leiden.

Mit Material von Reuters

Kommentare (21)

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Ben

12.07.2012, 12:06 Uhr

Na so ein Zufall das gerade jetzt hohe "Steuereinnahmen" entdeckt wurden. Konnte man ja nicht ein paar Tage vorher wissen....
Da wird überall gelogen was das Zeug hält....

Account gelöscht!

12.07.2012, 12:09 Uhr

Monti scheint ja fähig zu sein. Es ist solide eine Schuldenaufnahme zu streichen, aber gleichzeitig zu sagen: Wir sind nicht über dem Berg aber auf guten Niveau.
Der Vergleich mit Deutschland ist aber daneben. In der Vergangenheit war der Spread einfach zu klein, jetzt ist er zu hoch. Mag ja sein. Im Durchschnitt stimmt es aber!
Lächerlich ist aber das Deutschland negativzinsen bezahlt.Passt aber ins Bild, da auch hier der Durchschnitt zu sehen ist.

Account gelöscht!

12.07.2012, 12:16 Uhr

Wegen höherer Steuereinnahmen? Also zuerst muss man das auch glauben, was ich auf keinen Fall tue. Das klingt für mich wieder nach Marktberuhigung und Spiel auf Zeit.

2.) Was er leicht anmerkt wird bald in vollem Umfang folgen. Italien wird Geld brauchen weil sie seit eh und je über dem Limit sind...das wusste man bereits vor dem Euro...wer das bezahlt? Na 3 mal dürfen Sie alle raten!!!

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