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12.02.2006

16:20 Uhr

Hoher Ölpreis mögliches Risiko

G8-Finanzminister rechnen mit stabilem Wirtschaftswachstum

Die Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G8) blicken in diesem Jahr trotz des hohen Ölpreises optimistisch in die Zukunft.

HB MOSKAU. In diesem Jahr sei mit einem stabilen Wachstum der Weltwirtschaft zu rechnen, erklärten die G-8-Finanzminister in einem Kommuniqué, das am Wochenende in Moskau vorgestellt wurde. Sorge bereite allerdings der hohe Ölpreis. Die Minister warnten außerdem vor den möglichen Auswirkungen einer weltweiten Grippe-Pandemie auf die Weltwirtschaft.

„Wir sind alle besorgt über die Risiken der steigenden Energiepreise und ihre Auswirkungen auf das Wachstum“, sagte der amerikanische Finanzminister John Snow auf einer Pressekonferenz. In Gesprächen mit Snow und den Kollegen aus Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan bemühte sich der russische Finanzminister Alexej Kudrin, den Ruf seines Landes als verlässlicher Energielieferant wieder herzustellen. Russland hatte zu Beginn des Jahres für internationales Aufsehen gesorgt, als es die Ukraine im Streit um Gaspreise nicht mehr belieferte.

Kudrin warb für neue Pipeline-Projekte, die die Lage auf dem Energiemarkt entspannen sollen. „Die Dezentralisierung der Produktion und des Nachschubs für den Weltmarkt werden helfen, die Preise mittel- bis langfristig zu senken“, erklärte Kudrin. Der französische Finanzminister Thierry Breton bezeichnete den Gasstreit mit der Ukraine zusammen mit den Sorgen über das iranische Atomprogramm und den Sieg der Hamas in den palästinensischen Autonomiegebieten als Unsicherheiten, denen der weltweite Energiemarkt gegenüberstehe. Offene Kritik an Russland, das erstmals Gastgeber eines G-8-Treffens war, gab es jedoch nicht.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bekräftigte das Vertrauen Deutschlands in Russland als verlässlichen Energielieferanten. Zweifel bezüglich der Zuverlässigkeit des russischen Gasmonopolisten Gasprom habe er nicht, sagte Steinbrück dem deutschen Fernsehen. Der Minister bekräftigte die Unterstützung Deutschlands für die geplante Nordeuropäische Gaspipeline (NEGP), die Gasprom gemeinsam mit deutschen Partnern bauen will. Die Pipeline werde die Sicherheit der Gaslieferungen verbessern und damit auch einen stabilisierenden Effekt auf die Gaspreise haben, sagte Steinbrück weiter.

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