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27.01.2014

19:59 Uhr

Hollande scheitert

Frankreichs-Arbeitslosenquote auf Höchststand

Präsident Hollande wollte den Anstieg der Arbeitslosigkeit in Frankreich bis Ende 2013 stoppen. Jetzt steht fest: Er ist gescheitert. Die Arbeitslosen-Zahl befindet sich auf einem neuen historischen Höchststand.

Der französische Präsident Francois Hollande: Nach einem Rückgang der Zahlen im Oktober 2013 erklärte Hollande, dies sei der Beginn der versprochenen Trendwende am Arbeitsmarkt. Reuters

Der französische Präsident Francois Hollande: Nach einem Rückgang der Zahlen im Oktober 2013 erklärte Hollande, dies sei der Beginn der versprochenen Trendwende am Arbeitsmarkt.

ParisFrankreichs Staatschef François Hollande ist mit seinem wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziel gescheitert, den Anstieg der Arbeitslosigkeit bis Ende 2013 zu stoppen. In Frankreich waren im Dezember so viele Menschen arbeitslos wie noch nie. Die Zahl stieg um weitere rund 10.000 auf 3,303 Millionen, wie das Arbeitsministerium am Montagabend mitteilte. Im gesamten Jahr 2013 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 177.800.

Damit hat Präsident Francois Hollande seine Zusagen nicht einlösen können. Nach einem Rückgang der Zahlen im Oktober erklärte Hollande, dies sei der Beginn der versprochenen Trendwende am Arbeitsmarkt. Stattdessen stieg sie im Vergleich zum November um weitere 0,3 Prozent an, im Vergleich zum Dezember 2012 beträgt der Zuwachs gar 5,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag per Ende Dezember bei rund elf Prozent – in Deutschland sind es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit aktuell 6,7 Prozent.

Angesichts der anhaltenden Wirtschaftsschwäche hat Hollande bereits Reformen angekündigt. Die Unternehmen sollen bei den Abgaben um 30 Milliarden Euro entlastet werden, im Gegenzug aber klare Ziele bei der Schaffung von Stellen erfüllen. In seiner Neujahrsansprache hatte Hollande Unternehmen einen „Pakt der Verantwortung“ angeboten, um die Arbeitslosigkeit zu senken.

Weil sich der Anstieg der Arbeitslosenzahlen zuletzt deutlich verlangsamt hatte, sprach Hollande am Montag dennoch von einer Stabilisierung der Lage. Dies sei aber natürlich nicht ausreichend, sagte er am Rande einer Türkei-Reise. Ähnlich äußerte sich Premierminister Jean-Marc Ayrault.

Die Krise auf dem Arbeitsmarkt ist eine der stärksten Belastungen für die sozialistische Regierung. Sie verlor in Umfragen monatelang dramatisch an Zustimmung und steht unter Druck, den Arbeitsmarkt möglichst schnell tiefgreifend zu reformieren.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn sagte nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel, es sei „natürlich bedauerlich, dass die Arbeitslosigkeit gestiegen ist und wir keinen Wendepunkt sehen“. Die Entwicklung unterstreiche die Notwendigkeit von Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt, etwa um die Arbeitskosten zu senken.

Kommentare (4)

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Earthtourist

27.01.2014, 19:28 Uhr

Naja, blabla ist billig, aber mit blabla baut man keine Wirtschaft. Wahrscheinlich hat er mehr Erfolg ausserhalb des Elysee. Wir erzeugen ja auch endloses Gerede in Berlin, was total unproduktiv bleibt. Leider sind die Politiker in die Medienfalle gestürzt. Blablabla, anstatt seriöse zu arbeiten.

Account gelöscht!

27.01.2014, 20:09 Uhr

ist doch prima, wenn man sich Sozialismus mal von außen ansehen kann.

Wir sind aber auch schon auf einen prima Weg dahin.

Alles wird gut...

Account gelöscht!

27.01.2014, 20:38 Uhr

Das liegt an dem Aufschwung in Europa. Und diesen Aufschwung verdanken wir dem besonnen und stabilen Geldpolitik der EZB. Denn wir alle Wissen Geld drucken und Schulden machen, schafft Wohlstand und Arbeitsplätze.

Aber mal ehrlich. Wen interessieren denn die Arbeitslosen? Hauptsache im Bett läuft's rund.

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