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26.03.2013

08:52 Uhr

Homo-Ehe

Paare klagen vor höchstem US-Gericht

„Same-Sex“-Paare in den USA hoffen auf grünes Licht für die Homo-Ehe. Das höchste Gericht in Washington berät über zwei strittige Fälle. Das Urteil könnte weitreichende Folgen haben.

Stundenlang warten interessierte Bürger vor dem höchsten US-Gericht auf die Eröffnung des Prozesses. ap

Stundenlang warten interessierte Bürger vor dem höchsten US-Gericht auf die Eröffnung des Prozesses.

San Francisco/WashingtonIn dem Dauerstreit um das Ja-Wort von schwulen oder lesbischen Paaren könnte das höchste US-Gericht ein Machtwort sprechen. Der Supreme Court in Washington beschäftigt sich ab dieser Woche mit der Zulässigkeit gleichgeschlechtlicher Ehen in Kalifornien.

Zudem prüfen die obersten neun Richter die Verfassungsmäßigkeit des „Defense of Marriage Act“ (DOMA), ein Gesetz, das der Kongress 1996 verabschiedet hatte. Darin wird Bundesstellen untersagt, Partnern in Homo-Ehen die gleichen Vorteile zu gewähren wie Partnern in traditionellen Ehen. Dazu gehören Vorteile bei Steuern und Krankenversicherungen.

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Hinter beiden Fällen stehen persönliche Schicksale. Zwei Paare in Kalifornien liefern sich mit Gegnern der Homo-Ehe seit Jahren ein juristisches Tauziehen um das Recht zu heiraten. Die Klägerin Kris Perry, und ihre langjährige Partnerin Sandy Stier, die in Berkeley vier Kinder aufziehen, hatten 2008 das kurze Fenster zum Heiraten verpasst. Nur wenige Monate waren damals in dem Westküstenstaat Homo-Ehen legal, dann schoben die Wähler mit einem Referendum einen Riegel vor.

Auch das schwule Paar Jeff Zarrillo und Paul Katami aus Los Angeles kam zu spät. Gemeinsam mit dem Staatsanwalt der liberalen Stadt San Francisco geht ihr Kampf um Gleichberechtigung nun vor den Supreme Court.

Ausschreitungen bei Demonstration gegen Homo-Ehe

Video: Ausschreitungen bei Demonstration gegen Homo-Ehe

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Eine 83-jährige New Yorker Witwe zieht gegen „DOMA“ ins Feld. Edith Windsor hatte 2007 in Kanada ihre langjährige Partnerin Thea Speyer geheiratet. Speyer starb knapp zwei Jahre nach der Hochzeit. Windsor erbte ihr Vermögen, musste aber - weil die Ehe vom Bund nicht anerkannt wurde - mehr als 360 000 Dollar Erbschaftssteuer zahlen. „Wenn Thea ein Theo gewesen wäre, hätte ich nichts zahlen müssen“, empörte sich Windsor in einem Radiointerview. Dies sei eine „schreckliche Ungerechtigkeit“.

Die Gesetzeslage für homosexuelle Partnerschaften in den USA gleicht einem Flickenteppich: Rund 30 der 50 Bundesstaaten haben in ihren Verfassungen festgeschrieben, dass die Ehe ausschließlich eine Sache zwischen Mann und Frau sei. In neun Staaten und der Hauptstadt Washington können Schwulen- und Lesbenpaare dagegen vor das Standesamt treten. In anderen Staaten gibt es Kompromisslösungen, wie die „Civil Union“, die der deutschen eingetragenen Partnerschaft gleicht, oder die „Domestic Partnership“ (häusliche Partnerschaft).

Kommentare (8)

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pit

26.03.2013, 09:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

26.03.2013, 09:17 Uhr

@ Pit:

Leider kann man Dummheit nicht verbieten, sonst säßen Sie mit Ihrem widerlichen Kommentar längst hinter Gittern.

Account gelöscht!

26.03.2013, 09:50 Uhr

Danke! Überspitzt, aber sehr erfrischend.

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