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11.06.2013

16:13 Uhr

„Homosexuellen-Propaganda“

Russland stellt Sprechen über Schwule unter Strafe

Eine immense Geldstrafe, Abschiebung und Arrest drohen künftig demjenigen, der in Russland im Beisein von Kindern über Homosexualität spricht. Bürgerrechtler kritisieren das neue Gesetz.

Aktivisten protestieren in Moskau gegen das neue Gesetz. AFP

Aktivisten protestieren in Moskau gegen das neue Gesetz.

MoskauWer im Beisein von Kindern über Homosexualität spricht, riskiert in Russland künftig hohe Geldstrafen. Ein entsprechendes international umstrittenes Gesetz wurde am Dienstag von der Staatsduma in Moskau fast einstimmig angekommen. Das Parlament habe in dritter und letzter Lesung mit einer einzigen Enthaltung für das landesweite Verbot von „Homosexuellen-Propaganda“ gestimmt, wie die Agentur Interfax meldete.

Bürgerrechtler kritisieren, das Verbot schüre auch den Hass gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle im Riesenreich. Der Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin warnte, das Verbot könne zu „menschlichen Opfern und menschlichen Tragödien“ führen. Das Gesetz erschwert nach Ansicht von Kommentatoren zudem die Aufklärung über HIV deutlich. Die Initiatoren hingegen betonen, das Dokument diene dem Kinderschutz.

Als Höchststrafe drohen umgerechnet bis zu 25.000 Euro Geldbuße. Medien, die über Homosexualität berichten, können für drei Monate geschlossen werden. Ausländer müssen mit Abschiebung und Arrest rechnen. Vor dem Parlamentsgebäude wurden protestierende Homosexuellen-Aktivisten von ultraorthodoxen Gegendemonstranten mit faulen Eiern beworfen. Es kam zu Handgemengen. Die Polizei nahm mindestens 20 Menschen fest.

Von

dpa

Kommentare (18)

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Hannes

11.06.2013, 17:19 Uhr

Also langsam frage ich mich, ob es nicht vernünftiger wäre nach Rusland umzusiedeln!

Guenter

11.06.2013, 17:46 Uhr

Mal andersrumn gefragt: was soll es denn Grundschülern, wie bei uns geplant, bringen daß diese mit schwulen und lesbischen Sexpraktiken "penetriert" werden? Kinder, die noch gar nichts mit Sex am HUt haben? Was ist denn wichtiger, Kinder zu schützen oder Homo-Propaganda zu fördern? Zudem ist Rußland ein eigenständiges Land, das entscheiden kann, KInder zu schützen. TRaurig, daß wir das nicht können.

Account gelöscht!

11.06.2013, 17:47 Uhr

Tschüß.

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