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15.05.2013

00:17 Uhr

Huawei-Subventionen

EU will Druck auf China erhöhen

Der wachsende Erfolg des chinesischen Telekomausrüsters Huawei führt im Westen zu Unbehagen. Am Mittwoch wollen EU-Handelshüter einen Warnschuss feuern – wegen angeblich illegaler staatlicher Unterstützung.

Wurde in nur kurzer Zeit zum zweitgrößten Telekomausrüster der Welt: Huawei. Reuters

Wurde in nur kurzer Zeit zum zweitgrößten Telekomausrüster der Welt: Huawei.

BrüsselDie EU-Kommission will China eine formelle Warnung wegen illegaler Subventionen für die Telekomausrüster Huawei und ZTE zukommen lassen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von mit dem Vorgang vertrauten Personen.

Handelskommissar Karel De Gucht werde sich am Mittwoch die Unterstützung der Kommission für einen entsprechenden Brief einholen, hieß es weiter. Darin werde mit Strafzöllen gedroht.

„Wir wollen eine Warnung nach China senden“, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. De Gucht habe in der Sache volle Rückendeckung von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

Weder Huawei noch ZTE nahmen zu den Angaben Stellung. Sie haben in der Vergangenheit jedoch bestritten, unfaire Unterstützung der chinesischen Regierung zu bekommen.

Huaweis Aufstieg ist bemerkenswert: Noch vor einem guten Jahrzehnt war die Firma kaum bekannt, heute kontrolliert sie zusammen mit ZTE einen Viertel des europäischen Marktes. Der Kommission zufolge bedeutet das ein Sicherheitsrisiko für Infrastruktur und Industrien in der EU.

Kommentar: Rote Karte mit Risiko

Kommentar

Rote Karte mit Risiko

Die EU wehrt sich gegen Chinas Exporteure und erhebt Schutzzölle auf Solarmodule. Diese Politik der klaren Kante ist überfällig – selbst wenn Vergeltung aus Peking wohl nicht lange auf sich warten lassen wird.

Neu sind die Sorgen der EU-Kommission nicht. Im Februar sagte De Gucht Reuters, dass die wachsende chinesische Präsenz im Mobilmarkt ernsthafte Fragen aufwerfe. So hätten die USA und Australien Huawei faktisch aus dem Markt ausgeschlossen.

Was fehlen sind Beweise. „Das wird ein politischer Entscheid morgen“, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Die Kommission sage faktisch, dass man keine weiteren Beweise mehr brauche und deswegen keine Untersuchung nötig sei.

Eine Sprecherin von Huawei machte darauf aufmerksam, dass die EU-Kommission mehrere Angebote für Treffen ablehnte. „Wir sind offen mit den Beteiligten Gespräche zu führen.“ Es gebe Missverständnisse und ungerechtfertigte Anschuldigungen, sagte Tina Tsai.

Deutschland hatte das Unternehmen daran gehindert, Infrastruktur für ein Akademikernetzwerk sicherzustellen. Anders verhalten sich Großbritannien und die Niederlande. Dort sieht man Huawei als willkommenen Job-Beschaffer.

Die EU und China - der zweitgrößte Handelspartner der Staatengemeinschaft - streiten sich auch über staatliche Unterstützung für Solarmodule. Hier sollen ab Juni Strafzölle eingeführt werden.

Von

rtr

Kommentare (7)

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na_sowas

15.05.2013, 02:48 Uhr

Arbeitsplätze nach China verlagern und daraus Profit ziehen, aber wehe, wenn von dort währungs-und preisbedingt Produkte in den Markt kommen, wie früher mal aus Japan...
Die Globalisierung fordert ihren Tribut und ist ein Wirtschaftskrieg jeder gegen jeden.

Dazu:
http://www.lidl.de/de/HUAWEI

Account gelöscht!

15.05.2013, 07:18 Uhr

Ja wenn der Barroso Rückkendeckung gibt,dann werden sich die Chinesen bestimmt verneigen und freundlich lächeln.

anonym

15.05.2013, 08:09 Uhr

Wen wunderts? Haben nicht jahrelang unsere sogenannten Manager der deutschen und Europäischen Telekommunikationsbranche(z.B ein Heinrich von Pierer) u.s.w Know how nach China verschenkt und somit den Chinesen eine Menge Entwicklungskosten gespart.

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