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18.08.2011

17:28 Uhr

Hugo Chávez

Hardcore-Sozialist im Goldrausch

VonAlexander Busch

Venezuelas Staatschef Hugo Chávez beherrscht das Spiel mit den Medien. Sein neuester Coup: Gold- und Devisenreserven werden aus westlichen Staaten abgezogen und in den „sicheren Tresor“ Venezuela verlegt. Das hat Gründe.

Von seiner Krebserkrankung gezeichnet: Venezuelas sozialistischer Staatschef Hugo Chávez. Quelle: Reuters

Von seiner Krebserkrankung gezeichnet: Venezuelas sozialistischer Staatschef Hugo Chávez.

São PauloEin geniales Marketing-Gespür werden auch die ärgsten Feinde dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez nicht absprechen können: Jetzt hat er öffentlichkeitswirksam angekündigt, dass er die Gold- und Devisenreserven aus westlichen Banken und Zentralbanken abziehen und in „diesen unruhigen Zeiten lieber im sicheren Tresor“ in Venezuela haben will. Damit hat er wieder mal gezeigt, dass er genau weiß, wie das Spiel mit den Medien und der Öffentlichkeit funktioniert: Denn mit den Transfers von 99 Tonnen Gold alleine aus der Bank von England, macht Chávez genau das, was der Mann auf der Straßen auch am liebsten im Chaos der Finanzmärkte machen würde – aber eben nicht kann. Der Anti-Imperialist Chávez dagegen lehrt den Zentralbanken Mores. Damit ist Chávez gleich zweierlei gelungen:

Einerseits will er damit von seiner schweren Krankheit ablenken. Denn eigentlich ist der 57-jährige Präsident gesundheitlich schwer angeschlagen. Er leidet an Krebs und muss sich im Wochenrhythmus in Kuba einer Chemotherapie unterziehen. In Zeiten, in denen die Medien weiter die ersten Nachruf-Portraits auf den deutlich gezeichneten Chávez veröffentlichen, hat der seit 13 Jahren regierende ehemalige Putschgeneral damit gezeigt, dass er noch alle Fäden in der Hand hat. Und hinter dem Deckmäntelchen des Kapitalistenfressers ist ihm gleichzeitig gelungen, neues Kapital nach Caracas zu schleusen.

Elf Milliarden Dollar sind seine ausländischen Goldreserven wert. Weitere sechs Milliarden Dollar Cash-Reserven will er von den Zentralbanken der G7 abziehen. Denn wegen Korruption  und Misswirtschaft schrumpfen die liquiden Devisenreserven Venezuelas trotz des hohen Ölpreises rapide. Investmentbanken warnen schon seit längerem, dass Chávez Goldvorräte verkaufen muss, wenn der Ölpreis sinkt. Das kann er jetzt problemlos machen – unkontrolliert. Für den Wahlkampf 2012, in dem der Tropen-Caudillo erneut als Präsident gewählt werden will, kann er die Finanzspritzen gut gebrauchen.

Kommentare (6)

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WahrcontraUnwahr

18.08.2011, 19:15 Uhr

Das ist kein Journalismus. Das ist Stimmungsmache!!

LINKSBLIND

18.08.2011, 19:39 Uhr

ICH mag den CHAVES nicht ,
aber das mit dem Gold macht er richtig.
Wir müssen das auch machen , mal sehen ob die USA dann liefern
können ???

mono

18.08.2011, 20:25 Uhr

Bin gespannt wann die Deutschen den Mut haben Ihr Gold aus Amerika zurückzuholen. Mein Tip: Niemals. Die Amerikaner können und wollen mit Sicherheit nicht mehr liefern. Bemerkenswert wie schnell die Anfrage eines CSU-Abgeordneten zu diesem Thema in der untersten Schublade verschwand.

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