Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2014

15:02 Uhr

Humanitäre Hilfe

EU beschließt Militäreinsatz in Zentralafrika

Die Zentralafrikanische Republik versinkt derzeit in Chaos und Gewalt. Jetzt hat die Europäische Union eine Militärmission für sechs Monate beschlossen. Auch Deutschland nimmt an dem Einsatz teil.

Französische Soldaten in den Straßen von Bozoum in Zentralafrika. Die Truppen bekommen demnächst Unterstützung von der Europäischen Union. dpa

Französische Soldaten in den Straßen von Bozoum in Zentralafrika. Die Truppen bekommen demnächst Unterstützung von der Europäischen Union.

BrüsselDie EU hat einen Militäreinsatz in Zentralafrika auf den Weg gebracht. Die EU-Außenminister einigten sich am Montag in Brüssel grundsätzlich darauf, Soldaten aus EU-Ländern für bis zu sechs Monate in das von einem blutigen Bürgerkrieg erschütterte Land zu entsenden. Es gehe dabei vor allem um das Absichern der Hauptstadt Bangui einschließlich des Flughafens. Damit solle humanitäre Hilfe ermöglicht werden. In Zentralafrika befinden sich bereits 1600 französische Soldaten sowie etwa 4000 Soldaten der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft. Jetzt sollen vermutlich rund 500 weitere EU-Soldaten dazu stoßen.

Die Lage in Zentralafrika bereitet der Europäischen Union große Sorge: Befürchtet werden Massaker zwischen Muslimen und Christen, hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. „Wir stehen vor einer politischen und humanitären Notlage“, sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt. „Wir müssen ganz eindeutig handeln.“

Bei einer internationalen Geberkonferenz in Brüssel sagte die internationale Gemeinschaft zu, in diesem Jahr 500 Millionen Dollar (knapp 370 Millionen Euro) für das Land auszugeben, wie die EU-Kommissarin für internationale Hilfe, Kristalina Georgieva, sagte. Das Treffen fand unter dem Vorsitz der EU-Kommission und der UN-Behörde für Humanitäre Angelegenheiten (OCHA) statt.

Nach dem politischen Grundsatzbeschluss für den EU-Einsatz folgt nun die militärische Planung, um die Beiträge der einzelnen EU-Staaten sowie Größe und Aufgaben der Truppe festzulegen. Ein UN-Mandat ist noch erforderlich, die Mission soll in einigen Wochen beginnen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach in Brüssel von einer „europäischen Überbrückungsmission“. EU-Diplomaten zufolge soll die EU-Truppe solange im Einsatz sein, bis die afrikanische Eingreiftruppe MISCA die geplante Truppenstärke von 6000 Mann erreicht hat oder eine UN-Friedensmission nach Zentralafrika geschickt wird.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Matze

20.01.2014, 15:43 Uhr

Keine deutschen Soldaten in den Kampfeinsatz für französische Interessen oder Interessen anderer Länder. Wo bleiben die Aktionen der grünen oder linken Friedensengel. Wo schreiten die Gutmenschen mit Lichterketten gegen diese Kriegspolitik der Regierung ein???
Wie heuchlerisch ist unsere Gesellschaft geworden. Die einzige Partei, die sich mit einer Stellungnahme eines Vorstandssprechers gegen diesen Einsatz auspricht ist die AfD mit der Aussagen von Herrn Gauland.

Economic_Hitman

20.01.2014, 16:25 Uhr

Die Gutmenschen glauben den Schwachsinn von den "bösen Islamisten" und dem Eingreifen der EU, im Speziellen Frankreichs, aus "humanitären Gründen. Dass lediglich die Versorgung Frankreichs et al. mit irgendwelchen Rohstoffen (in Mali/Niger ist es ja Uran) gewährleistet werden soll und politische/religiöse/humanitäre Gründe als fadenscheinige Vorwände für die dumme Weltgemeinschaft benutzt werden, ist denen nicht bekannt oder wird schlichtweg ignoriert.
Der EU / USA sind lediglich die afrikan. Rohstoff vorkommen oder Absatzmärkte wichtig. Die Logistik muss am Laufen gehalten werden und Einheimische, die sich gegen die Ausbeutung wehren, werden schnell als (islamische) Terroristen klassifiziert. So läuft das Business. Money makes the world go round.

N_K

20.01.2014, 16:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×