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10.01.2014

17:22 Uhr

Hunderte gerettet

Junger Pakistaner stoppt Selbstmordattentäter

Ein 15-jähriger Schüler stoppt in Pakistan einen Selbstmordattentäter am Eingang zu seiner Schule. Der Junge opfert sein Leben, um Hunderte Schulkameraden zu retten. Die Heldentat beeindruckt seine Landsleute zutiefst.

Der 15-jährige Aitizaz Hasan opferte sein Leben, um hunderte seiner Mitschüler zu retten. dpa

Der 15-jährige Aitizaz Hasan opferte sein Leben, um hunderte seiner Mitschüler zu retten.

IslamabadEin Jugendlicher wird in Pakistan posthum mit einer der höchsten zivilen Auszeichnungen des Landes geehrt, weil er sich an seiner Schule einem Selbstmordattentäter in den Weg gestellt hatte. Der 15 Jahre alte Aitizaz Hasan bezahlte den mutigen Schritt mit dem Leben, als der Angreifer sich am Eingangstor zum Schulgelände in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa in die Luft sprengte.

Das Büro von Premierminister Nawaz Sharif teilte am Freitag mit, Hasan werde posthum mit der Tapferkeits-Auszeichnung „Sitara-i-Shujaat“ geehrt. „Seine mutige Tat hat das Leben Hunderter Schüler gerettet“, hieß es zur Begründung. Der Neuntklässler habe damit vorbildlichen Edelmut und Patriotismus bewiesen. Präsident Mamnoon Hussain werde die Auszeichnung Hasans Familie am Nationalfeiertag am 23. März bei einer Zeremonie überreichen.

„Sitara-i-Shujaat“ ist die dritthöchste Auszeichnung, die Zivilisten in Pakistan verliehen werden kann. Das Parlament in Islamabad ehrte Hasans Mut.

Die Schule im Distrikt Hangu wird vor allem von Kindern der schiitischen Minderheit besucht. Zu dem Anschlag am Montag - bei dem nur Hasan und der Attentäter starben - bekannte sich die sunnitische Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi.

Vor Hasan wurde bereits die inzwischen weltweit bekannte Schülerin Malala Yousafzai von der Regierung ausgezeichnet, die sich für Mädchenbildung einsetzt und der ein Taliban-Kämpfer 2012 in den Kopf geschossen hatte. Sie hatte den „Jugendfriedenspreis“ bekommen.

Hasans Vater Mujahid Ali Bangash hatte der Zeitung „Express Tribune“ am Donnerstag gesagt, er sei stolz auf seinen Sohn. Bangash forderte Menschen auf, ihm nicht ihr Beileid auszusprechen, sondern ihm dazu zu gratulieren, Vater eines Märtyrers geworden zu sein.

Von

dpa

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