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04.01.2005

07:20 Uhr

Hunderttausende als Flüchtlinge unterwegs

Versorgungslage nach Flut dramatisch

Neun Tage nach der Flutkatastrophe in Südasien benötigen immer noch mehr als 1,8 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittel. Die UN warnte am Montag davor, dass Tausende verhungern oder an Krankheiten sterben könnten, weil Versorgungsgüter nicht rechtzeitig ankämen. Hilfsorganisationen rechnen damit, dass es einige Tage dauern könnte, bis auch die entlegensten Gegenden erreicht werden.

Verwüstung soweit das Auge reicht - wie hier auf Sumatra. Foto: dpa

Verwüstung soweit das Auge reicht - wie hier auf Sumatra. Foto: dpa

HB NEU DELHI/JAKARTA/COLOMBO/WAHINGTON. Zur Versorgung von Hunderttausenden mit Trinkwasser, Nahrung und Medizin sind in den Katastrophengebieten am Indischen Ozean Hubschrauber, Flugzeuge, Schiffe und Lastwagen im Dauereinsatz. Dadurch konnte die internationale Hilfe auch in abgelegenere Gebiete gelangen.

Eine Gruppe wütender Überlebender auf den südindischen Nikobar-Inseln nahmen einen Beamten und einen Polizeichef als Geiseln, um gegen unzureichende Hilfsmaßnahmen zu protestieren, wie die indische Zeitung „Hindustan Times“ am Dienstag berichtete. Die Überlebenden hatten demnach vier Tage lang ohne Lebensmittel ausgeharrt, bevor sie sich durch den Dschungel zu einem Stützpunkt in der Campbell-Bucht schlugen, wo sie den Beamten und Polizisten beim Essen vorfanden. Sie wurden später freigelassen, nachdem sie versprochen hatten, für Nahrungsmittel zu sorgen. Hilfsorganisationen zufolge warteten noch immer einige Inselbewohner der Region auf Hilfe, hieß es.

Der UN-Chefkoordinator für Indonesien, Michael Elmquist beklagte nach einem Bericht der „Washington Post“, dass nur ein Achtel der Hilfsgüter wegen fehlender Infrastruktur und logistischer Probleme die Bedürftigen auf der am stärksten betroffenen Insel Sumatra erreiche. Etwa 800 000 der 4,6 Mill. Bewohner der Provinz Aceh würden für die nächsten drei bis zwölf Monate vollkommen von fremder Hilfe abhängig sein, sagte Elmquist. Bei dem Erdbeben vor der Küste Sumatra und den dadurch ausgelösten Flutwellen am 26. Dezember starben nach jüngsten UN-Angaben etwa 150 000 Menschen. Doch könne diese Zahl noch erheblich steigen, sagte UN-Nothilfekordinator Jan Egeland, da viele Städte und Ortschaften auf Sumatra völlig zerstört seien. Das Sumatra-Beben hatte die Stärke 9,0 auf der Richterskala.

Die Vereinten Nationen gaben unterdessen an, dass sie bisher 1,5 Mrd. Dollar an Spenden erhalten haben. Diese umgerechnet 1,1 Mrd. € stellen einen Rekord dar, sagte ein Sprecherin des UN-Amtes zur Koordination humanitärer Hilfe (OCHA) am Montag in Genf.

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