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17.08.2011

23:42 Uhr

Hunger in Somalia

Islamische Staaten schalten sich ein

Somalia leidet unter Dürre, Hungersnot und Bürgerkrieg. Nach westlichen Ländern sagt nun auch die Organisation der Islamischen Konferenz Hungerhilfe zu. Doch in Mogadischu kam es am Mittwoch erneut zu Kämpfen.

Das Flüchtlingslager in Garowe ist selbst von Dürre bedroht. Quelle: Reuters

Das Flüchtlingslager in Garowe ist selbst von Dürre bedroht.

Istanbul/Addis Abeba/MogadischuDie Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) will 350 Millionen Dollar (242 Millionen Euro) an Hilfen für das von einer verheerenden Hungersnot betroffene Somalia bereitstellen.

Ziel sei es zunächst gewesen, 500 Millionen Dollar zusammenzubekommen, sagte OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu am Mittwoch bei einem Krisentreffen der OIC-Mitglieder in Istanbul. 150 Millionen Dollar seien aber bereits durch nationale Kampagnen in der Türkei gesammelt worden.

Die islamische Welt werde aktiv daran mitwirken, eine Lösung für die Spannungen in Somalia zu finden, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu bei der Konferenz, auf der 40 der 57 OIC-Mitgliedsstaaten vertreten waren. Zugleich kündigte er an, dass die Türkei ihre im Jahr 1991 aus Sicherheitsgründen geschlossene Botschaft in Mogadischu wiedereröffnen wolle.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyib Erdogan erinnerte daran, dass die UNO eine Milliarde Dollar an notwendigen Hilfen für Somalia gefordert habe, die internationale Gemeinschaft bislang aber nur die Hälfte zugesichert habe. Die muslimischen und wirtschaftsstarken Länder forderte er auf, den Menschen in Somalia zu helfen.

Erdogan will am Donnerstagabend mit seiner Frau und Tochter nach Somalia reisen, um sich ein Bild von der Verteilung türkischer Hilfslieferung in den Flüchtlingslagern zu machen. Begleitet wird er von Davutoglu und weiteren Kabinetts- und Parteimitgliedern sowie deren Familien.

Der Kommissionspräsident der Afrikanischen Union (AU), Jean Ping, rief unterdessen angesichts einer bevorstehenden Regionalkonferenz für Hilfen für die betroffene Region am Horn von Afrika zu Spenden auf. Zugleich warnte er, dass die Hungersnot auch auf die Länder der Sahelzone überzugreifen drohe. Die Geberkonferenz der AU soll am 25. August in Addis Abeba stattfinden.

Doch nicht nur der Hunger bedroht derzeit das Leben der Somalier. Elf Tage nach dem Abzug der Al-Schabaab-Miliz aus Mogadischu sind am Mittwoch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und islamistischen Freischärlern in der somalischen Hauptstadt Mogadischu wieder aufgeflammt.

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