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24.05.2011

20:49 Uhr

IAEA Bericht

Iran besitzt genug Uran für zwei Atombomben

Der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA schürt Sorgen: Der Iran soll demnach über genug Uran für zwei Atombomben verfügen. Und auch Syrien soll an geheimen Atomprogrammen gearbeitet haben.

Mike Weightman, Chefinspekteur der IAEA, spricht mit Journalisten über die besorgniserregenden Ergebnisse des Berichts. Quelle: Reuters

Mike Weightman, Chefinspekteur der IAEA, spricht mit Journalisten über die besorgniserregenden Ergebnisse des Berichts.

Wien Der Bestand an schwach angereichertem Uran im Iran sei trotz internationaler Sanktionen auf 4,1 Tonnen nach 3,6 Tonnen im Februar gestiegen, heißt es in einem Bericht der Internationalen Atomenergieagentur IAEA, der am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Zur Waffentauglichkeit muss der Stoff aber weiter verarbeitet werden. 

Zudem heißt es in dem vertraulichen Bericht, es gebe zusätzliche Informationen über militärische Aspekte des iranischen Atomprogramms. In IAEA-Kreisen hieß es dazu, es handle sich auch um neuere Erkenntnisse. Einzelheiten wurden nicht genannt. 

Die Weltgemeinschaft beschuldigt den Iran, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten. Die UN, die USA und die EU haben die Islamische Republik deshalb mit Sanktionen belegt. Die Führung in Teheran bestreitet die Vorwürfe.

Die Atomwächter schließen zudem erstmals aus all den ihnen vorliegenden Informationen, dass die 2007 von Israel zerstörte Anlage in Al Kibar (Dair Alzour) mit großer Wahrscheinlichkeit ein fast fertiger Atomreaktor war.

Damit bereiten die Atomwächter in Wien den Grund für mögliche weitere Schritte der internationalen Gemeinschaft gegen das Regime in Damaskus. Entscheidet sich der IAEA-Gouverneursrat in seiner Sitzung Anfang Juni, den Fall Syrien per Resolution an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) zu verweisen, könnten weitere Sanktionen drohen.

Die USA waren sich seit langem sicher, dass Syrien in Al Kibar an einer Anlage zur Produktion von Material für Atomwaffen baute. Israel zerstörte die Anlage 2007, bevor die IAEA die Vorwürfe klären konnte. Atominspektoren fanden aber bei einer anschließenden Kontrolle des Geländes Spuren von Uran, die nicht natürlichen Ursprungs sein konnten. Damaskus bestreitet alle Vorwürfe, arbeitete aber auch mit der IAEA seit Jahren nicht ausreichend zusammen. Die IAEA habe alle Möglichkeiten ausgereizt, Syrien zur Zusammenarbeit zu bewegen und habe sich deshalb zu diesem Urteil im Bericht entschlossen, hieß es aus diplomatischen Kreisen in Wien.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Notarzt

24.05.2011, 18:59 Uhr

Der eine darf der andere nicht. Wenn Israel Atomanlagen hat, warum dann den Syrern und den Iranern gleiches verwehren? Israel hat auch Atomwaffen für den Ernstfall. Ist das jüdische Volk etwas besseres. Oder hat das was mit der richtigen Religion zu tun? Diese ganzen Machenschaften der selbsternannten Weltmächte schüren nur Hass.

Prenden

24.05.2011, 21:27 Uhr

Die Antwort ist selbstredend, Widerspruch zwecklos und zur Not bist du ein Antisemit der nicht anerkennen will das Israel nicht Schuld ist an diesem Chaos iim nahen Osten und sich in stetiger Selbstverteidigung üben muß weil alle Nachbarn ihm an den Kragen wollen.

Leser

11.06.2011, 12:27 Uhr

Der Artikel macht einen eher reißerischen als informativen Eindruck.
So geht es im Titel über den Iran, zwei Drittel des Artikels betreffen hingegen Syrien; ohne dabei auf den Ortswechsel expilizit hinzuweisen.

Weiterhin erscheint mir in meinen Augen die Übersschrift unpassend zum Inhalt des iranischen Teils des Artikels.

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