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03.01.2010

10:59 Uhr

Icesave-Gesetz

Jeder vierte Isländer gegen Entschädigung von Sparern

Knapp ein Viertel der isländischen Wahlberechtigten hat sich gegen die Rückzahlung von ausländischen Sparguthaben in Milliardenhöhe ausgesprochen. 56 089 Bürger hätten eine entsprechende Petition unterschrieben, teilten die Organisatoren der Kampagne mit.

Hunderte Isländer mit Fackeln überbrachten die Petition gegen die Sparer-Entschädigung. Reuters

Hunderte Isländer mit Fackeln überbrachten die Petition gegen die Sparer-Entschädigung.

HB REYKJAVIK. Die Aktivisten fordern ein Veto von Präsident Olafur Ragnar Grimsson gegen ein am 30. Dezember vom Parlament verabschiedetes Entschädigungsgesetz und eine Volksabstimmung darüber. Das Gesetz stelle ein großes Risiko für die wirtschaftliche Zukunft des Inselstaates im Nordatlantik dar, hieß es in dem Petitionstext zur Begründung. Die Ergebnisse der Kampagne wurden bereits am Samstag vorgestellt.

Grimsson hatte die Unterzeichnung des sogenannten „Icesave“-Gesetzes zur Rückzahlung von 3,5 Milliarden Euro wegen des Widerstands in der Bevölkerung zuvor bereits aufgeschoben. Das hoch verschuldete Land will mit dem Gesetz den Weg für internationale Hilfen frei machen und seine Annäherung an die Europäische Union vorantreiben.

Das Gesetz betrifft niederländische und britische Sparer. Diese hatten auf aggressive Zinsangebote der isländischen Banken gesetzt, aber ihre Einlagen verloren, nachdem die Institute mit voller Wucht von der Finanzkrise getroffen wurden. Die Entschädigung der 34 000 deutschen Anleger der isländischen Kaupthing Bank ist bereits im Sommer angelaufen.

Kommentare (2)

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Jonas

03.01.2010, 16:55 Uhr

Hmm, ich kann mich nicht erinnen, daß die isländer auch mit einer Petition gegen Geir Haarde in den letzten 10 Jahren versuchten, ihren überraschenden Reichtum gegenüber dem Rest der Welt einzuschränken.

Nein, man gönnte sich ausländische Gastarbeiter, stellte sich den Porsche Chayenne vor die Tür und vergnügte sich bei der Gletscherralley.

Aber zugegeben, so richtig gesagt hatte es ihnen damals auch niemand, daß deren Party auf Pump der banken stattfand.

Nach der Party kommt der Kater.

Piepiefax

03.01.2010, 21:34 Uhr

Das sind doch ganz "fiese Möpse", wenn sie die von ihren banken verzockten Ersparnisse von Ausländern nicht zurückzahlen wollen. Als die Kaupting-bank zahlungsunfähig wurde, standen die isländer doch tagelang Schlange, um einen Teil ihrer Spareinlagen zurück zu bekommen. Jetzt wo die insulaner auf dem Zahnfleisch daher rutschen, wollen sie plötzlich in den Schoß der EU. Sollen sie mal weiter fleißig Dorsch fangen und das Fleisch ihrer islandpferde essen. Vielleicht versuchen die bittsteller mal ihr Glück an der Walstreet, uns können diese unaufrichtigen Typen "gestohlen bleiben"!!

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