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24.05.2016

15:51 Uhr

Idomeni-Lager geräumt

Das Leiden ist vorbei – und die Hoffnung dahin

Tränengas, Blendgranaten, verängstigte Kinder, langes Anstehen für ein Stückchen Brot: Das waren immer wieder die Bilder von Idomeni. Jetzt hat das Leid der Menschen ein Ende – zumindest vorerst.

Monatelang harrten die Migranten in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze aus. Nun wurde das Elendslager geräumt. AP

Flüchtlinge in Griechenland

Monatelang harrten die Migranten in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze aus. Nun wurde das Elendslager geräumt.

Athen/IdomeniMonatelang harrten sie im Dreck aus in ihren kleinen Zelten, den Nato-Stacheldraht zur Grenze von Mazedonien fest im Blick. Nun wurde auch ihre letzte Hoffnung zerschlagen, die Grenze nach Mitteleuropa doch noch zu überqueren: Am Dienstag haben die Flüchtlinge und Migranten von Idomeni angesichts eines gewaltigen Aufgebots der griechischen Polizei begonnen, ihre Sachen zu packen und in staatliche Flüchtlingslager umzuziehen.

Endlose Müdigkeit und vor allem Resignation stehen den Menschen aus Ländern wie Syrien, Irak und Afghanistan ins Gesicht geschrieben. An den Wegen des Lagers türmen sich Berge von Gepäck – Rucksäcke, aber auch Einkaufstaschen und Mülltüten, in denen die Flüchtlinge ihr weniges Hab und Gut verstauen und zur Abreise bereitstellen. Zelte werden abgebaut, Busse bestiegen. Manche der unfreiwilligen Passagiere winken bei der Abfahrt.

Es geht in eines der neuen Auffanglager, die von der griechischen Regierung in Windeseile organisiert wurden. Dazu hat man im ganzen Land alte Industriegebäude angemietet und ehemalige Militärkasernen reaktiviert. Rund 54.000 Flüchtlinge und Migranten sind mittlerweile in Griechenland gestrandet. Immerhin stagniert die Zahl der Neuankömmlinge seit dem Inkrafttreten des Flüchtlingspakts von EU und Türkei; derzeit setzen täglich nur ein paar Dutzend Menschen über, im Frühjahr waren es noch bis zu 3000 am Tag.

Lage in Idomeni

Mit Bulldozern gegen Zelte – Flüchtlingslager wird geräumt

Lage in Idomeni: Mit Bulldozern gegen Zelte – Flüchtlingslager wird geräumt

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Knapp 9000 Flüchtlinge und Migranten lebten zuletzt im Camp von Idomeni und waren nicht zur Umsiedlung zu bewegen. Schlagzeilen gab es immer wieder: Mehrfach versuchten die Menschen, den Grenzzaun zu stürmen, mazedonische und griechische Grenzbeamte und Polizisten griffen mit Tränengas und Blendgranaten ein, es gab Verletzte. Beim Versuch, über einen reißenden Fluss nach Mazedonien zu gelangen, kamen sogar drei Afghanen ums Leben.

So wurde Idomeni zum traurigen Sinnbild für die Flüchtlingskrise und das Versagen europäischer Politik. Viele kamen, sich das Elend anzuschauen und zu mahnen. Der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm verbrachte im März sogar medienwirksam eine Nacht in einem Flüchtlingszelt. „Bei Millionen, die in Not sind, wegzugucken“, sagte er damals entsetzt, „was ist denn das für ein Europa?“

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