Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.06.2013

12:24 Uhr

Ifo-Forscher

„Schuldenschnitt für Griechenland nach der Wahl“

Seine Geldforderungen an Griechenland kann Deutschland abschreiben. Davon gegen Konjunkturexperten den ifo-Instituts aus. Sie erwarten einen weiteren Schuldenschnitt – aber erst nach der Bundestagswahl.

Griechenland steht bei den Euro-Ländern und dem IWF mit 207 Milliarden Euro in der Kreide. dpa

Griechenland steht bei den Euro-Ländern und dem IWF mit 207 Milliarden Euro in der Kreide.

MünchenDie deutschen Steuerzahler müssen nach Einschätzung des Ifo-Konjunkturexperten Kai Carstensen ihre Geldforderungen an Griechenland abschreiben. „Meine persönliche Prognose ist, dass wir nach der Bundestagswahl einen Schuldenschnitt sehen werden“, sagte Carstensen am Mittwoch in München. Griechenland stehe bei den Euro-Ländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit 207 Milliarden Euro in der Kreide. „Dieser Batzen, der wird es, um den dann gefeilscht wird.“ Private Gläubiger haben dem Land bereits einen Großteil der Schulden erlassen.

Während sich die Europäische Zentralbank (EZB) „mit großer Macht“ gegen einen Schnitt zulasten der bei ihr hinterlegten griechischen Staatsanleihen stemmen werde, müssten die Staaten bluten. „Es wird Tricks geben, wie man der Wahlbevölkerung das verkaufen kann, beispielsweise durch Inflation“, so Carstensen. Eine Alternative sieht der Wirtschaftsprofessor nicht: Bei unverändert hoher Staatsverschuldung gebe es für Griechenland kein Licht am Ende des Tunnels. Um Anreize für Reformen in dem Krisenland nicht verpuffen zu lassen, sei es sinnvoll, die Schulden nicht auf einmal zu streichen, sondern schrittweise.

Geldpolitik: Draghi sieht Ausstieg „in weiter Ferne“

Geldpolitik

Draghi sieht Ausstieg „in weiter Ferne“

Die US-Notenbank denkt über den Ausstieg nach - doch die Europäer machen unbeirrt weiter: Die EZB bleibe noch lange bei der lockeren Geldpolitik, kündigt Draghi an. Falls nötig hat die EZB weitere Instrumente im Köcher.

Die deutsche Wirtschaft bleibt nach Einschätzung des Ifo-Instituts unterdessen die Konjunkturlokomotive des Euro-Raums. Deutschland profitiere wie Österreich überdurchschnittlich von der sich bessernden Weltkonjunktur und den niedrigen Kreditzinsen. Getragen werde der Aufschwung aber von Binnenfaktoren wie der Bauwirtschaft und den Verbrauchern. „Sofern die Euro-Krise nicht erneut massiv eskaliert, sind auch die Perspektiven für das kommende Jahr günstig.“ Das Ifo-Geschäftsklima habe sich in den vergangenen Monaten auf einem überdurchschnittlichen Niveau stabilisiert. Deshalb dürfte sich die Konjunktur nach einem schwachen Winterhalbjahr bald beleben.

Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft 0,6 Prozent zulegen und 2014 mit einem Plus von 1,9 Prozent deutlich an Fahrt aufnehmen, prognostizierte Carstensen. Damit senkten die Münchner Forscher zwar ihre Prognose vom Dezember, als sie für 2013 noch ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet hatten. Sie zeigten sich jedoch optimistischer als andere. Die Bundesbank erwartet zum Beispiel in diesem Jahr nur ein Wachstum von 0,3 Prozent und im kommenden Jahr von 1,5 Prozent. Die Bundesregierung rechnet mit einem Anstieg um 0,5 und 1,6 Prozent.

Die Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland wird laut Ifo-Institut kaum Folgen für die Wirtschaftserholung haben. Zwar sei es zu neuen Produktionseinbußen gekommen. "Diese waren aber regional eng begrenzt und dürften vielfach schnell aufgeholt worden sein." Zudem dürften kaum größere Unternehmen von der Flut direkt betroffen gewesen sein.

Von

rtr

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Vicario

26.06.2013, 13:03 Uhr

Zitat : Seine Geldforderungen an Griechenland kann Deutschland abschreiben. Davon gegen Konjunkturexperten den ifo-Instituts aus.

- weiß es auch das "Sparschweinchen im Wägelchen", der für 2014 mit Überschüssen im Haushalt plant..... :-)

Account gelöscht!

26.06.2013, 13:08 Uhr

Nach der Wahl wrden uns ohnehin die Augen aufgehen. Jetzt macht Merkel noch ein auf nett, verspricht viele Wohltaten (die nie eingehalen werden), nach der Wahl kommt die ganze Wahrheit auf den Tisch
Seit 1998 haben wir nur noch Politiker, die gegen das eigene Volk agieren.
Sie sind alle zu Verrätern geworden

Account gelöscht!

26.06.2013, 13:24 Uhr

DANKE, Frau Merkel - Sie haben es mit Ihrem ökonomischen Unverstand und in Ihrem grenzenlosen Euro-Wahn geschafft, Deutschland finanziell ans Messer zu liefern....nur etwas langsamer als rot-grün mit den Eurobonds. Herr, bitte schicke diesem Land sachverständige Ökonomen statt der Politiker, die sich für allwissend halten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×