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22.03.2013

16:19 Uhr

IfW

Wirtschaftsforscher fordern besseres Krisenmanagement von EU

Europa braucht ein einheitliches Regelwerk zur Krisenbewältigung. Nach Meinung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft darf es keine individuellen Regelungen mehr geben – die verursachten nur noch mehr Unsicherheit.

Die Krisenbewältigung in Zypern stößt beim IfW nicht auf Begeisterung. Europa brauche ein einheitliches Management, fordert das Institut. dpa

Die Krisenbewältigung in Zypern stößt beim IfW nicht auf Begeisterung. Europa brauche ein einheitliches Management, fordert das Institut.

BerlinEuropa muss nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sein Krisenmanagement dringend verbessern. Die Turbulenzen um das Euro-Mitgliedsland Zypern zeigten, dass ein einheitliches Regelwerk zur Krisenbewältigung nötig sei, sagte Institutschef Dennis Snower am Freitag. „Es muss klar geregelt sein, welche Maßnahmen im Fall einer Insolvenz eines Landes greifen. Es darf keine Teilbereiche und individuellen Regelungen für einzelne Euro-Mitglieder mehr geben“, fordert der Chef des Kieler Instituts, das Teil des ökonomischen Beraterkreises der Bundesregierung ist.

Der Versuch, Aktionäre und Anleihengläubiger in Zypern weitgehend unbehelligt zu lassen und stattdessen die Bankkunden zu belasten, habe „riesige Unsicherheit erzeugt“, so Snower. Der Chefvolkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Stephen Cecchetti, sieht das Richtung Pleite taumelnde Mittelmeerland trotz geringer ökonomischer Relevanz als potenziellen Gefahrenherd für die Finanzwelt: „Ich will zu Zypern nur so viel sagen, dass man sich in vielen Teilen der Welt Sorgen über die Risiken bei der Ausgabe von Staatsanleihen macht“, sagte der BIZ-Chefökonom auf einer Veranstaltung des IfW in Berlin. Die BIZ wird auch als Zentralbank der Zentralbanken bezeichnet. Sie fungiert als Plattform des Austausches für Notenbanker in aller Welt und verwaltet unter anderem einen Teil der Goldreserven vieler Zentralbanken.

Von

rtr

Kommentare (10)

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PapiRazzi

22.03.2013, 16:56 Uhr

Von der ersten Stunde haben sie das Krisenmanagement vergeigt. Ich behaupte mal, das Griechenland schon längst auf dem Weg der Besserung wäre, hätten sie nicht die Kaufkraft der Griechen gesprengt. Statt zu lernen, machen sie so weiter.

Fehler zu machen ist keine Kunst. Aber so viel Mist wie Merkel und Co. zu verbocken, grenzt schon am Genie.

Account gelöscht!

22.03.2013, 17:10 Uhr

Das Krisenmanagement sieht so aus, dass wir nach Schäuble "nur haften." Und Gauck will "mehr Europa wagen."
Jetzt könnten wir noch 100 weitere derart absurde Aussagen auslisten, egal von welcher Blockpartei. Die Vorstufe zu einem Regelwerk müsste erst`mal sein, dass die Krise nicht mehr totgeschwiegen wird. Ganze Zeitungen leben davon Euroromantik zu betreiben und die Realität in Abrede zu stellen. Die ZEIT kennt keine Eurokrise solange Helmut Schmidt dort residiert und für die Springer- Bertelsmannpresse gilt das Gleiche. Wie soll denn ein Regelwerk her, bei dieser unsäglichen Lobhudelei auf Dr. Merkel a la WELT? Sie fordern ein Regelwerk. Wie sollen das denn die Politiker dem Wähler verkaufen? Damit, dass sie bisher durchgehend gelogen haben, wie es die eurokritische website fortunanetz für jeden Politiker auflistet? Da werden Gauck (z.B. 24. bis 27.02.2013), Steinbrück und Kollegen nur so zerlegt und mit der Realität konfrontiert. Solange die Blockparteien die Wähler täuschen, wird es kein Regelwerk geben. Herr Snower, sie hätten als Vorstufe eines Regelwerkes die Medien zu mehr Ehrlichkeit anhalten müssen und die Politiker dazu ihre Lügenorgien langsam zurück zu fahren. Erst das bildet den Boden auf dem man Regelwerke in Gang setzten kann. Ansonsten kann ohnehin nur die AfD der Politik Beine machen.

Rainer_J

22.03.2013, 18:22 Uhr

Es ging nie darum die Wettbewerbsfähigkeit der Länder zu verbessert. Es geht darum, dass der Geldadel nicht sein Reichtum verliert und die Fehlkonstruktion "Eurozone" mit allen (auch illegalen) Mitteln erhalten bleibt. Deswegen stehen die Länder jetzt sogar schlechter da als 2010. Hätte man 2010 wieder nationale Währungen eingeführt, dann wären die südländischen Ländern längst auch den Weg der Besserung.

So geht es aber in den totalen Untergang!

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