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16.10.2016

16:58 Uhr

Illegale Rauschmittel

Die tödlichen Gifte aus Chinas Drogenlaboren

Betäubungsmittel für Elefanten und chemische Waffe: Das Opiat Carfentanyl wird immer öfter als Droge konsumiert. In den USA und Deutschland ist das Rauschmittel verboten. Doch China garantiert die Lieferung – fast überallhin.

Carfentanyl wird als weißes Pulver kiloweise aus China verschifft. Das weiße Pulver sieht unbedenklich aus, hat es aber in sich. AP

Gefährlicher Rausch

Carfentanyl wird als weißes Pulver kiloweise aus China verschifft. Das weiße Pulver sieht unbedenklich aus, hat es aber in sich.

ShanghaiEs zählt zu den stärksten Opiaten überhaupt: Eine Dosis von der Größe eines Mohnkorns kann einen Mensch töten. Bis Juli war die Substanz mit dem Namen Carfentanyl vor allem als Betäubungsmittel für Elefanten bekannt - und als chemische Waffe. Inzwischen wird das Mittel aber zunehmend auch als Droge missbraucht. Für die Konsumenten endet der Rausch oft fatal. Umso mehr verwundert es, wie leicht Carfentanyl zu kaufen ist. In China bieten es etliche Händler im Internet ganz offen zum weltweiten Export an.

Die Nachrichtenagentur AP hat im Rahmen einer Recherche zwölf chinesische Unternehmen aufgespürt, die sich ohne Umschweife zur Lieferung des Opiats nach Nordamerika oder in die EU bereit erklärten. Als Preis wurden zum Teil nicht mehr als 2.750 Dollar (2.500 Euro) pro Kilogramm verlangt. Die potenziellen Gewinnmargen beim Weiterverkauf sind also enorm.

Die AP hat am Ende zwar keine Drogen bestellt - und entsprechend auch nicht die Echtheit der angebotenen Ware getestet. Die Nachforschungen zeigen aber deutlich die Probleme. In den USA, wie auch in Deutschland, ist der freie Verkauf von Carfentanyl streng verboten. In China dagegen steht die Substanz bisher nicht auf der Schwarzen Liste. Und im Umfeld der unübersichtlichen Chemie-Branche des Landes läuft die Herstellung offenbar auf Hochtouren.

Crystal Meth: Das ist die Modedroge

Gefährliche Modedroge

Crystal Meth ist eine der gefährlichsten Drogen der Welt. Sie macht extrem schnell abhängig und kann heftige Nebenwirkungen haben. Konsumenten nehmen sie vor allen Dingen, weil sie die Leistung steigern kann. Experten nennen sie eine Modedroge.

In Deutschland immer beliebter

In Deutschland ist Crystal Meth seit Jahren auf dem Vormarsch. Die Zahl der Konsumenten, die erstmals mit der Modedroge auffielen, stieg laut Bundesinnenministerium im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 3138. Besonders in Ostdeutschland erfreut sich die Droge zunehmender Beliebtheit.

Die Wirkungen

Crystal Meth kann leistungssteigernd wirken. Die Droge unterdrückt zudem Müdigkeit, Schmerzen und auch das Hungergefühl. Typische Symptome sind eine gesteigerte Euphorie, extreme Nervosität und ein erhöhtes Selbstwertgefühl. Meist wird Crystal Meth geschnupft, es kann aber auch geraucht, geschluckt oder injiziert werden. Bis zu 70 Stunden kann der Rausch anhalten.

So gefährlich ist die Droge

Die Modedroge macht sehr schnell abhängig und führt zu starken Gesundheitsschäden. Vor allem Langzeitkonsum kann zu Nervenschäden, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, Zahnausfall, Herzproblemen, Hautentzündungen und Psychosen führen.

Hier wird Crystal Meth hergestellt

Crystal Meth ist insbesondere in Ostdeutschland und an der Grenze zu Tschechien beliebt. Dort wird die Droge in illegalen Labors hergestellt und dann nach Deutschland geschmuggelt. Anfangs waren es noch kleine Mengen, mittlerweile spricht das Bundeskriminalamt von „Kiloeinheiten“.

Crystal Meth und Adolf Hitler

Anders als oft angenommen, ist die Droge keine neuartige Erscheinung, sondern existiert seit mehr als 100 Jahren. Im Zweiten Weltkrieg verabreichte Adolf Hitler seinen Soldaten Crystal Meth, weil es unter anderem das Angstgefühl unterdrückt. Die Droge hatte damals den Spitznamen Panzerschokolade.

„Wir können Carfentanyl liefern, natürlich“, schrieb im September eine Verkäuferin der Firma Jilin Tely Import and Export in gebrochenem Englisch. „Und dies ist eines unserer besonders beliebten Produkte.“ Ähnliche Antworten kamen auch von anderen Anbietern. Für den Versand wurde in den meisten Fällen der zum staatlichen chinesischen Postunternehmen gehörende Expressdienst EMS empfohlen. „EMS ist etwas langsamer als Fedex oder DHL, aber sehr sicher, mit einer Erfolgsquote von mehr als 99 Prozent“, schrieb ein Vertreter der Firma Yuntu Chemical.

EMS wollte sich dazu nicht äußern. Beim Versuch einer telefonischen Nachfrage bei Yuntu Chemical wurde der Hörer aufgelegt, kurz darauf war die Internet-Seite der Firma nicht mehr online. Auch das in China zuständige Ministerium für Öffentliche Sicherheit ließ mehrere Anfragen zum Thema unbeantwortet.

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