Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2012

18:43 Uhr

Illegaler Holzeinschlag

Weltbank fordert Maßnahmen gegen Holz-Mafia

Laut einem aktuellen Weltbank-Bericht verdienen kriminelle Holzfällerbanden Milliarden mit illegaler Abholzung. Die Institution will Ländern helfen, gegen das ungenehmigte Fällen von Bäumen vorzugehen.

Ein Holzfäller steht mit seiner Motorsäge auf dem Baumstumpf eines frisch gefällten Urwaldriesen auf der Insel Borneo in Malaysia. dpa

Ein Holzfäller steht mit seiner Motorsäge auf dem Baumstumpf eines frisch gefällten Urwaldriesen auf der Insel Borneo in Malaysia.

WashingtonAlle zwei Sekunden vernichten illegale Holzfäller weltweit die Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes. Hinter den Männern stehen global organisierte Verbrecherbanden, die mit ihren Aktivitäten einen jährlichen Gewinn von zehn bis 15 Milliarden Dollar (8 bis elf Milliarden Euro). Darauf macht die Weltbank in ihrem Bericht „Justice for Forests“ (Gerechtigkeit für Wälder) aufmerksam. Zugleich fordert sie entschlossenes Vorgehen gegen Täter und Hintermänner. Illegale Abholzung sei zur „globalen Epidemie“ geworden.

„Wir müssen die organisierte Kriminalität beim Holzeinschlag genauso bekämpfen wie wir es bei den Bandenmitgliedern im Drogenhandel oder bei der Schutzgelderpressung tun“, sagte der Weltbank-Manager für das Team zur Integrität im Finanzmarkt, Jean Pesme. Das Team hilft Ländern, gegen illegale Finanzströme vorzugehen.

Zwölf Prozent und mehr: Die grüne Rendite-Verlockung

Zwölf Prozent und mehr

Die grüne Rendite-Verlockung

Zweistellige Renditen einfahren und gleichzeitig den Regenwald retten – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Handelsblatt Online zeigt, was hinter den Versprechen steckt. Das Ergebnis ist ernüchternd.

„Organisierte Banden hinter der massiven illegalen Abholzung haben Verbindung zur Korruption auf höchster Regierungsebene“, heißt es. Trotz eindeutiger Beweise blieben die meisten „Verbrechen gegen den Wald“ unentdeckt oder würden ignoriert. In Brasilien, Mexiko, Indonesien und auf den Philippinen etwa würden weniger als ein Prozent der ungesetzlichen Abholzung bestraft.

In dem am Donnerstag in Washington vorgelegten Bericht heißt es, in einigen Ländern betrage die illegale Abholzung bis zu 90 Prozent des gesamten Holzverkaufs. Das Geld werde von organisierten Kriminellen kontrolliert, gehe an der Steuer vorbei und diene dazu, korrupte Regierungsbeamte auf allen Ebenen zu bestechen.

Die Weltbank kritisiert, bislang habe die Justiz in den Ländern vor allem Kleinkriminellen im Blick, die durch den Holzeinschlag der Armut entkommen wollen. Wichtig sei jedoch, die kriminellen Netzwerke zu zerschlagen und Unternehmen zu bestrafen, die Bestechungsgelder bezahlten. Vor allem müsse verfolgt werden, wohin die Profite und das „schmutzige Geld“ aus illegaler Abholzung fließen.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

rrepke@bigpond.net.au

24.03.2012, 09:40 Uhr

sehr gute Initiative. Nur wie macht man daraus eine verbindliche Aktion gegen Raubbau an Baeumen?

In Australien zB gibt es keinen Schutz von Bauemen, die auf privatem Grund stehen. Kann der Besitzer nach abholen, wie er will. Das gilt nicht fuer Baueme im Besitz des Staates, also hat der Staat Firmen gegruendet, die Waelder auf diese Firmen uebertragen und siehe, es ist Privatbesitz und schon wird geholzt. Ist ganz legal.

Wir muessten eine verbindliche Regel durchsetzen, nach der kein Baum (Plantagen ausgenommen) ohne Gerichtsurteil gefaellt werden kann. Wer setzt das durch?

Technisch geht das indem der Stamm am Saegewerk
identifiziert werden muss.

Warum legt die Bundesrepublick nicht einen Gesetzentwurf bei der UNO vor?

Es gruesst
Euer Rainer

A320PrototypFlugschauMulhouse

16.04.2012, 19:24 Uhr

Weihnachten mit "Fatima" Roth: "Mein Freund der BAUM ..."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×